239.800 Arbeitsuchende im August: Tumpel fordert Krisenplan der Regierung gegen die Arbeitslosigkeit

35.000 Junge arbeitslos - Ausbildungsgarantie für Junge ist ohne das notwendige Geld dafür ein "ungedeckter Scheck"

Wien (AK) - Einen Krisenplan der Regierung und mehr Geld für den Kampf gegen die steigende Arbeitslosigkeit in Österreich verlangt AK Präsident Herbert Tumpel. Im August haben 239.758 Menschen Arbeit gesucht - um 8.721 Personen (3,7 Prozent) mehr als im Vorjahr. Besonders dramatisch ist die Situation bei den Jungen. 35.000 um 6,7 Prozent mehr als Vorjahr sind arbeitslos. "Wann, wenn nicht jetzt muss die Zeit der verantwortungslosen Loch-auf-Loch-zu Arbeitsmarktpolitik vorbei sein", sagt Tumpel, "Arbeitsuchende brauchen endlich konkrete Hilfe, statt vollmundiger Garantien ohne das notwendige Geld." Die Ausbildungsgarantie für die Jugendliche bis 25 und Ältere ab 50, sei wichtig, sagt Tumpel. Ohne das notwendige Geld - und die Regierung habe keinen einzigen zusätzlichen Euro dafür bereit gestellt - sei eine solche Garantie aber "ein ungedeckter Scheck". Die Folge: Das Arbeitsmarktservie muss mit den ohnehin knappen Mitteln die vollmundigen Versprechen der Regierung einlösen. Arbeitsuchende im Haupterwerbsalter zwischen 26 und 49 Jahren werden daher im nächsten Jahr viel weniger Unterstützung bei der Suche nach Arbeit bekommen. "Schon ein 26-Jähriger hat kein Recht mehr auf eine AMS-Ausbildung und bekommt vielleicht erst nach Monaten einen Kurs", sagt der AK Präsident, "und eine 35-Jährige kriegt den dritten ,so bewerbe ich mich richtig-Kurs’ statt des erhofften Computer-Lehrgangs." Und bereits im nächsten Jahr wird das Arbeitsmarktservice, trotz deutlich steigender Arbeitslosigkeit, rund 70 Millionen Euro weniger zur Verfügung haben. Kurzfristig verlangt Tumpel daher 60 Millionen Euro mehr, damit alle Arbeitsuchenden 2004 Hilfe bei der Arbeitsuche bekommen können. Darüber hinaus fordert der AK Präsident eine Steuerreform 2004, die die Arbeitnehmer entlastet und die Wirtschaft ankurbelt, eine wirkliche Offensive in der Aus-und Weiterbildung und - mittelfristig - 250 Millionen Euro mehr für eine aktive Arbeitsmarktpolitik. ****

Exakt 205.077 Menschen waren im August arbeitslos gemeldet. Dazu kommen noch 34.681Personen in Schulung (10,6 Prozent mehr als im Vorjahr), die auch Arbeit suchen. 239.758 Arbeitsuchende im August bedeuten gegenüber dem Vorjahr einen Ansteig um 8.721 Personen oder 3,7 Prozent.

Bei den Jungen ist die Arbeitslosigkeit besonders deutlich gestiegen. Mehr als 35.000 waren im Vormonat ohne Arbeit - um fast sieben Prozent mehr als im Vorjahr. "Das sind die Folgen der Pensionsreform 2000", sagt Tumpel, "die Älteren dürfen nicht in Pension gehen, die Jungen bekommen keine Arbeit. Die jetzige so genannte Pensionsreform wird die Lage noch verschlimmern." Als Skandal bezeichnet es Tumpel, dass die Regierung gerade bei der Bildung und damit bei den Berufschancen der Jungen kürzt. Im September werden 13.000 Junge eine Lehrstelle brauchen, die Wirtschaft bietet aber nur 6.000 offene Lehrstellen an. An den berufsbildenden Schulen, vor allem an HTLs mit IT-Schwerpunkt, fehlen tausende Plätze. "Hier muss die Regierung endlich handeln, damit die Jungen eine Ausbildung bekommen, mit der sie sich in der Arbeitswelt wirklich behaupten können", sagt Tumpel.

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