Versicherungsagenten betrachten aus Konsumentensicht mit Sorge laufende Aussagen der Versicherungsmakler bezüglich "Unabhängigkeit"

Solange Makler von Versicherungen bezahlt werden, ist gewünschte Unabhängigkeit nicht erreichbar. Maklergesetz zeigt Problem bestmöglichsten Versicherungsschutz anzubieten.

Wien (OTS) - Eine aktuelle AK-Studie und AK-Aussendung zum Thema "Mehr Sicherheit für Versicherungskunden" kommt auch in Bezug auf die von Versicherungsmakler immer wieder gern verwendete "Unabhängigkeit" (zuletzt in einer APA OTS-Aussendung vom 28.07.03 - OTS0049) zu einem klaren Schluss:

Auszüge aus der AK-Studie (gem. APA OTS-Aussendung vom 15.07.03 - OTS0021):

"Auf Grund der unbefriedigenden Ergebnisse des AK-Maklertests fordert die AK klarere Informationen für die KonsumentInnen:
Versicherungskunden werden nicht immer bestmöglich beraten und erhalten nicht immer das beste Angebot, zeigen Erfahrungen aus der AK-Konsumentenberatung", so die AK. "So müsse der Versicherungsvermittler erklären, ob er vertraglich gebunden ist, also im Namen und Rechnung eines Versicherungsunternehmens handelt, ob er aus einer größeren Angebotspalette mehrerer Versicherer vermittelt oder nur Angebote eines Unternehmens hat. Tests und Erfahrungen aus der Konsumentenberatung zeigten, dass die Beratung oft zu wünschen übrig lässt. Die Angebote sind teilweise recht dürftig. Oft werden nur die Produkte eines einzigen Versicherers angeboten".

Maklerunabhängigkeit versus Provisionsanbote durch Versicherungen

Solange der Makler vom Versicherer bezahlt wird, ist die immer gewünschte Unabhängigkeit nicht zu erreichen! Das vorliegende Maklergesetz zeigt deutlich, wie schwer es ist, den bestmöglichen Versicherungsschutz anzubieten, wenn nicht der Kunde als Auftraggeber die Leistung des Versicherungsmaklers bezahlt, sondern die Versicherungen mit ihren Provisionsangeboten locken.

Die Versicherungsagenten meinen, dass der Maklerwunsch zur Unabhängigkeit bzw. ausschließlich für den Kunden tätig sein zu wollen, nur durch den Gesetzgeber verwirklicht werden kann. Wir werden die Maklerschaft, sollten sich die Standesvertreter ernsthaft in dieser Angelegenheit bemühen, gerne unterstützen.

Die klare Unterscheidung des ungebundenen Versicherungsmakler (VM) und des gebundenen Versicherungsagenten (VA) ist für den Kunden von wesentlicher Bedeutung. Leider wurde diese Unterscheidung durch den Gesetzgeber noch nicht im vollen Umfang umgesetzt. Auch aus der Sicht der VA ist eine Abgrenzung zum Maklergewerbe ein erforderlicher Schritt, der im Zuge der Umsetzung der Vermittlungsrichtlinie in österreichisches Recht durchgeführt werden sollte.

Verwirrende Gesetzgebung

Der VM ist im Auftrag des Kunden tätig und hat sich um die Geschäftsvermittlung zu bemühen. Verwirrend ist für den Kunden jedoch § 27 MaklerG, wo von einer Doppeltätigkeit des VM (Anm.: für Kunden und Versicherungsunternehmen) gesprochen wird. Möchte der Berufstand der VM in seiner Tätigkeit wirklich nur die Kundeninteressen vertreten, so ist dieser Teil vom Gesetzgeber zu beseitigen. Die Wahrung der Interessen des Versicherungsunternehmen, die der Maklerkunde auch selbst vor und nach Abschluss des Versicherungsvertrages dem Versicherer gegenüber zu beachten hat, werden im § 29 MaklerG geregelt.

Weiteren Regelungsbedarf gibt es im § 30 MaklerG. Der Makler wird tätig im Auftrag des Kunden, daher ist es nur logisch, dass der Kunde die erbrachte Leistung auch honoriert. Für die Versicherungswirtschaft dürfte es kein Problem darstellen, den Maklern, eine Versicherungsprämie ohne Vertriebskosten anzubieten:
Eine klare Abgrenzung und Exklusivität zu anderen Vermittlern.

Wie kann der Makler "unanhängig" werden?

Ob dieses Gesetz gerechtfertigt ist oder in einigen Punkten überzogen wurde, hätte bereits 1996 und in den darauf folgenden Jahren von der Standesvertretung erkannt werden können. Hätten die Funktionäre der Maklerschaft in den letzten Jahren ihre Kraft nicht darauf verschwendet, den Berufstand der Versicherungsagenten in ihren Grundrechten beschneiden zu wollen, sondern sich auf die Novelle des Maklergesetzes konzentriert, wären viele ihrer Wünsche schon Wirklichkeit. Denn nicht ihre Mitbewerber haben 1996 das Maklergesetz erlassen, sondern der Gesetzgeber. Heute die Schuld beim Mitbewerber zu suchen, ist ein eher schlichtes Unterfangen und sicher auch der falsche Weg, die eigenen Ziele zu verwirklichen.

Wir Versicherungsagenten werden alles dazu beitragen, dass bei der Umsetzung der EU Vermittlerrichtlinie weitere Maßnahmen für die Rechtssicherheit des Konsumenten und die schon Jahre fehlenden gesetzlichen Rahmenbedingungen für unseren Berufstand geschaffen werden.

Eine Information des Landesgremiums der Versicherungsagenten NÖ zur Richtigstellung diverser Aussendungen und Berichte seitens der Versicherungsmakler

Rückfragen & Kontakt:

Landesgremium der Versicherungsagenten NÖ - Peter Salek (LGO)
Tel.: (01) 534 66 - 1268

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