Amon: Niederwieser lenkt von den eigentlichen Problemen der Bildungspolitik ab

SPÖ sollte sich fragen, warum so viel für Nachhilfe ausgegeben wird

berufsbildende Schulwesen (Berufsschule und BHMS) - Wien, 29. August 2003 (ÖVP-PK) "Niederwieser und Brandsteidl sollen das österreichische Bildungssystem nicht schlecht reden, denn gerade die Differenzierung des Bildungssystems - insbesondere das garantiert den
Jugendlichen, eher einen Arbeitsplatz zu finden, als das in vergleichbaren Staaten ohne differenziertem Bildungssystem der Fall ist", sagte heute, Freitag, ÖVP-Bildungssprecher Abg.z.NR Werner Amon. In Österreich habe die Jugendarbeitslosigkeit zuletzt 7,4 Prozent betragen, während in Finnland jeder fünfte Jugendliche arbeitslos sei (21 Prozent). In den USA liege die Jugendarbeitslosigkeit doppelt so hoch wie in Österreich (13,5 Prozent), so Amon. ****

"Es ist ein reines Ablenkungsmanöver Niederwiesers, wenn er glaubt, dass man die aktuellen Herausforderungen in der Bildungspolitik durch ein Aufsteigen mit Nicht Genügend lösen kann." Vielmehr stelle sich doch die Frage, warum Jugendliche schulische Probleme haben, wie es die Summen, die Eltern für Nachhilfe ausgeben, belegen. "Vielleicht hat das damit zu tun, dass viele Schüler in der falschen Schule sitzen. Vielleicht sollten wir uns Gedanken darüber machen, dass wir eine komplexe Aufgabe nicht durch Placebo lösen können", sagte der ÖVP-Bildungssprecher.

Die Anregung Niederwiesers, dass eine Beeinspruchungsmöglichkeit gegen einzelne (auch positive) Schularbeitsnoten geschaffen werden solle, sei lediglich ein Beweis dafür, "dass die SPÖ für Bildungsfragen offenbar Lösungen im Verwaltungsbereich sucht, statt pädagogische Konzepte zu entwickeln." Die Leistungsbeurteilung beruhe auf dem Prinzip, dass das Hauptaugenmerk nicht der einzelnen Note gelte, sondern immer vor dem Hintergrund der persönlichen Entwicklung eines Jugendlichen während des Schuljahrs gesehen werde, so Amon. "Es geht deshalb vor allem darum, die Kriterien der Beurteilung für Schüler und Eltern transparent und nachvollziehbar zu machen, statt neue bürokratische Strukturen einzuführen."

Auch ein "Kurssystem" in der AHS-Oberstufe, wie es die Wiener Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl vorschlägt, könne nicht am Grünen Tisch geschaffen werden, sondern bedürfe der konkreten Erfahrungen am Schulstandort und der konkreten Bereitschaft, ein solches System umzusetzen. "Erfolgreiche Entwicklungen - das zeigen etwa auch die Schulversuche im Bereich der berufsbildenden höheren Schulen - zeichnen sich immer durch die gezielte Nutzung der bereits gesammelten Erfahrungen, durch eine gute Kooperation zwischen Lehrern, Eltern, Schülern und regionaler Schulbehörde sowie durch eine hohe Zielorientierung aus, die von allen Beteiligten mitgetragen wird." Dies sei nur von der Schule selbst zu leisten, sagte Amon abschließend.

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