RFW: Burgenlands KMU schlecht auf Osterweiterung vorbereitet

Hofmann: Vermiße Maßnahmen der Wirtschaftskammer - Wagner: Oberwarter INFORM zu Vergnügungspark verkommen

Wien (OTS) - Die burgenländische Wirtschaft stehe nicht mehr im Mittelpunkt der Oberwarter Messe, kritisierte heute Altlandesrat Gabriel Wagner im Rahmen der heutigen Pressekonferenz des Ringes Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW). Die "INFORM" sei vielmehr großteils zu einem Vergnügungspark verkommen. Aus Sicht der burgenländischen Wirtschaft müßten vor allem die Klein- und Mittelbetriebe stärker vertreten sein.

Die unmittelbar bevorstehende EU-Osterweiterung sei vor allem für das Burgenland ein Thema, betonte RFW-Bundesobmann, NAbg. Max Hofmann. "Die Handelsbeziehungen zwischen den Nachbarländern haben sich bereits in den letzten Jahren intensiviert und es ist mit einer Erweiterung des Marktes zu rechnen". Das sei zwar positiv, doch dürfe nicht auch die Risken vergessen werden, welche Hofmann in Wettbewerbsverzerrungen im Hinblick auf Lohnstruktur sowie unterschiedliche Steuer- und Abgabenquoten begründet sieht.

Entsprechende Maßnahmen vermisst Hofmann bislang seitens der Wirtschaftskammer Östereich, deren Präsident Christoph Leitl sich bisher lediglich auf den Hinweis hingewiesen habe, dass durch die EU-Osterweiterung Probleme auf rund 60.000 österreichische Betriebe zukommen würden.

Umso wesentlicher seien daher die Maßnahmen im Zusammenhang mit der geplanten Steuerreform, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe verbessert werden müsse. Hofmann: "Wesentlicher Punkt ist dabei beispielsweise die Senkung der Körperschaftssteuer."

Eine weitere Problematik liegt für Hofmann in der Verkehrsinfrastruktur, welche in den vergangenen Jahren weder ausreichend angepasst und noch verbessert wurde. "Und das obwohl mit einer Verkehrszunahme von bis zu 30 Prozent zu rechnen ist."

Der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Burgenland, Karl Simon kritisierte die mangelnde Vorbereitung der von der Osterweiterung am stärksten betroffenen burgenländischen Klein- und Mittelbetriebe. "Risiken werden einfach unter den Teppich gekehrt." Simon befürchtet viele Tagespendler, "welche im Burgenland zwar arbeiten, jedoch das Geld in Ungarn ausgeben und die heimische Wirtschaft leer ausgeht. Nicht zu vergessen, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren das Lohn- und Preisniveau in Ungarn sicher nicht an das österreichische herangeführt werden kann." Als Beispiel führte Simon der Preis für Arbeitsstunden im Kfz-Bereich an, welche in Ungarn weitaus billiger seien. "Ob Burgenland dieses Preisgefälle aushält, ist fraglich."

Altlandesrat Wagner übte einmal mehr Kritik an der burgenländischen Förderpolitik. "Die Förderungsmittel für das Burgenland als Ziel-1-Gebiet hätten eigentlich zur Vorbereitung der KMU auf die Osterweiterung verwendet werden sollen. Stattdessen wurden vor allem Großbetriebe unterstützt und jetzt sind die Mittel nahezu erschöpft." KMUs´s hätten somit keine Substanz, um sich auf den Wettbewerb mit den Nachbarländern einzustellen und vorzubereiten, schloss Wagner.

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