Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank: 01.09. bis 05.09.2003

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt.Bund ATX DAX DJ Ind je EUR 3m 10y 29.Aug 03 1,0908 2,15 % 4,20 % 1358,26 3524,51 9374,21 22.Aug 03 1,0884 2,15 % 4,19 % 1349,97 3549,05 9348,87 Veränd. -0,22 0,00 0,01 0,61 % -0,69 % 0,27

Positive Wirtschaftsdaten haben dem Konjunkturoptimismus in den USA neue Nahrung gegeben. Die Wall Street und der Dollar reagierten mit Kursgewinnen auf die größtenteils besser als erwartet ausgefallenen Zahlen. Der Konjunkturindex der Fed von Philadelphia stieg im August deutlich stärker als erwartet und liefert damit ein weiteres Anzeichen für eine Erholung der krisengeschüttelten US-Industrie. Auch andere Daten untermauerten die Erwartung einer konjunkturellen Erholung in der weltgrößten Volkswirtschaft. So stieg der Index der Frühindikatoren des Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,4% auf 112,5 Zähler. Die US-Verbraucher blicken mittlerweile auch wieder optimistischer in die Zukunft. Das zeigt der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board, der im August einen überraschend starken Anstieg auf 81,3 von revidiert 77,0 Punkten im Juli verzeichnete. Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal nach revidierten Daten wegen deutlich gestiegener Rüstungsausgaben -allein diese legten im Zuge des Irak-Kriegs um 45,9% zu - stärker gewachsen als zunächst berechnet (3,1%, zuvor 2,4%).

Auch in der Euro-Zone hat sich das Wirtschaftsklima einer Umfrage des Ifo zufolge im Juli leicht gebessert. Diese Besserung beruht jedoch ausschließlich auf optimistischeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate, während sich die Urteile zur aktuellen wirtschaftlichen Lage sogar weiter verschlechterten. In Deutschland setzte sich der in den letzten Monaten beobachtete Anstieg der Ifo und ZEW Geschäftsklimaindizes im August verstärkt fort. Die realwirtschaftlichen Daten blieben aber hinter den Erwartungen zurück.

An den Geld- und Rentenmärkten gab es im Wochenverlauf kaum Bewegung. Sowohl in den USA als auch in der Eurozone sind die aktuellen Zinskurven mit denen von vor einer Woche nahezu deckungsgleich. Die zur Veröffentlichung anstehenden Daten dürften die gegenwärtige Konjunktureinschätzung bestätigen, aber für keine Überraschungen sorgen. Mit einem weiteren Zinsanstieg im Wochenverlauf ist daher nicht zu rechen.

Der wieder auflebende Konjunkturoptimismus hat den US-Aktienbörsen im Wochenverlauf zu leicht höheren Kursen verholfen, die Indexwerte der Vorwoche konnten aber zumeist nicht erreicht werden. Der Standardwerte-Index Dow Jones lag zuletzt bei 9374 Punkten, der breiter gefasste S&P-500-Index rückte um 10 Punkte auf 1003 vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg auf einen Jahreshöchststand von knapp 1800 Punkten. Der ATX erreichte im Wochenverlauf mit einem Indexwert von 1361,6 den höchsten Stand des Jahres, gab aber zuletzt wieder geringfügig nach.

Nach deutlichen Kursverlusten in den vergangenen Wochen hat sich der Euro diese Woche an den Devisenmärkten stabilisiert und zuletzt auch leichte Kursgewinne zum Dollar verbucht. Im Wochenverlauf war die Gemeinschaftswährung auf ein Vier-Monats-Tief von 1,0792 Dollar gefallen, notiert jetzt aber wieder bei über 1,09. Die Bewertung der unterschiedlichen Konjunkturerwartungen für die USA und die Euro-Zone ist vorübergehend in den Hintergrund getreten. Die guten US-Konjunkturaussichten stärkten zuletzt den Dollar und setzten den Euro unter Druck. Angesichts der Erwartung einer positiveren Entwicklung auch in der Euro-Zone kann für die nächste Zeit insgesamt mit einer Stabilisierung des Euro gerechnet werden.

Überraschend robuste Daten zur Industrieproduktion in Japan ließen die japanischen Aktien und im Gefolge auch den Yen zur US-Währung steigen. Erstmals hat das japanische Finanzministerium diese Woche vor zu starken Yen/Euro Kursbewegungen gewarnt. Die starken Verluste des Euro zum Dollar wurden zum Yen nahezu parallel nachvollzogen. Auch hier erwarten wir kommende Woche eine Konsolidierung.

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