Tumpel verlangt ein Zukunftspaket für die Jungen

Zehntausende Jugendliche suchen noch eine Lehrstelle oder einen Schulplatz - Regierung muss Verantwortung für Zukunft übernehmen

Wien (AK) - Ein Zukunftspaket für Junge - statt Vorschriften für die Freizeitgestaltung: Das verlangt AK Präsident Herbert Tumpel von der Regierung. Über 13.000 Jugendliche brauchen noch eine Lehrstelle - und an den berufsbildenden Schulen fehlen jedes Jahr Tausende Plätze, beschreibt Tumpel die dramatische Lage der Jungen. In dieser Situation machen jährlich 7.000 15-Jährige überhaupt keine weitere Ausbildung, 5.000 von ihnen haben keinen positiven Pflichtschulabschluss. Und die Zahl der arbeitslosen 19- bis 24-Jährigen stieg seit 2000 um rund 50 Prozent auf inzwischen über 30.000. "Die Regierung tut nichts, um die Probleme der Jungen an den Schnittstellen zwischen Schule, Lehre und Beruf zu lösen", kritisiert Tumpel. Er fordert ausreichend Plätze an den berufsbildenen Schulen, vor allem für moderne Berufe etwa im EDV-Bereich, die Förderung von mehr und besseren Lehrstellen in den Betrieben und im Auffangnetz zur Jugendausbildung - und nicht bloß Kurzausbildungen für Junge auf Arbeitssuche.

"Wenn die Regierung Jugendliche mit Verantwortungsbewusstsein will, dann muss sie selbst Verantwortung für die Zukunftschancen der Jungen übernehmen", sagt Tumpel. Er fordert ein Zukunftspaket für die Jungen:

+ Die Wirtschaft klagt ständig über Fachkräftemangel - aber vor allem in zukunftsorientierten Berufen wie im EDV-Bereich bietet sie viel zu wenig Ausbildungsplätze. Tumpel verlangt, dass die Errichtung besonderer selbstständiger Ausbildungseinrichtungen gefördert wird, in denen Jugendliche in zukunftsorientierten Berufen wie zum Beispiel EDV-Technik ausgebildet werden. Unternehmen, die keine Lehrlinge ausbilden, sollen die Ausblidung in den selbstständigen Ausbildungseinrichtungen mitfinanzieren. Und Lehrstellen Suchende sollen nicht jedes Jahr zittern müssen, ob wieder 10-monatige Lehrgänge im Auffangnetz zur Jugendausbildung eingerichtet werden (aktuell sind 5.500 Plätze versprochen). Auf Dauer soll im Jugendausbildungssicherungsgesetz klargestellt werden: Jugendliche können mit einem Auffangnetz-Platz rechnen, wenn sie keinen Lehrplatz im Betrieb finden. "Außerdem brauchen im Auffangnetz wieder Ausbildungen, die bis zum Abschluss führen", fordert Tumpel.

+ Wer einen Platz in einer berufsbildenden Schule will, muss ihn auch bekommen. An den berufsbildenden Schulen werden mit Schulbeginn wieder Tausende Jugendliche keinen Platz finden (voriges Jahr fehlten 6.000 Plätze) - zu wenig Plätze gibt es vor allem in berufsbildenden Schulen, die für moderne Computerberufe ausbilden. "Wer einen Computerberuf lernen will, hat nichts von freien Plätzen in landwirtschaftlichen Schulen", sagt Tumpel. Er verlangt fünf neue berufsbildende Schulen in Österreich.

+ Junge Arbeit Suchende haben jetzt ein Recht auf Qualifizierung. Entscheidend ist, dass nicht nur Kurzausbildungen geboten werden und die Finanzierung sichergestellt ist.

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