Schenner: 300.000 zusätzliche Nächtigungen durch EU-Erweiterung

Tagung "EU-Erweiterung: Chance für den Tourismus" in Alpbach -Mandl: Euro-Einführung und Verschiebung der Schengen-Grenze lassen weitere Dynamik erwarten

Alpbach (PWK558) - Die EU-Erweiterung wird aus Sicht des
Tourismus eindeutig als Chance gesehen. Nach derzeitigen Abschätzungen kann der Wirtschaftszweig rund 300.000 zusätzliche Nächtigungen jährlich erwarten. Der "Eiserne Vorhang" ist damit endgültig Geschichte. Andererseits wird die Branche auch mit Herausforderungen konfrontiert, "denen wir uns selbstverständlich stellen werden", sagte der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, Komm.Rat Hans Schenner, zur Eröffnung der Tagung "EU-Erweiterung: Chance für den Tourismus" am Freitag in Alpbach.

Bei den Gästen aus Tschechien, Polen, Ungarn und Slowenien gibt es Steigerungsraten von jährlich bis zu 15 %. Diese Gäste werden die Reisebilanz Österreichs weiter entscheidend verbessern, erklärte Spartengeschäftsführer Dr. Michael Raffling, der zusammen mit Mag. Susanne Kraus-Winkler die Veranstaltung moderierte. Schon derzeit bringen es die Tschechen, Polen oder Ungarn auf jeweils über 800.000 Nächtigungen. Als konkretes Beispiel für positive Perspektiven nannte Raffling dazu den Höhenkurort Semmering. Gäste aus Ungarn haben dort einen Nächtigungsanteil von acht Prozent. 1937 dagegen betrug dieser Anteil am Semmering 37 %. "Hier kann an alte Traditionen angeknüpft werden. Für den Tourismus ein enormes Potenzial", so der Bundessparten-Geschäftsführer.

Auch für den Arbeitsmarkt erwartet sich die Tourismuswirtschaft Impulse durch die Erweiterung. Insbesondere könnten die Grenzregionen davon verstärkt profitieren. Die kulturelle Vielfalt und die Vielfalt der Sprachen wird durch die Beitrittsländer wesentlich erweitert, wodurch sich neue Perspektiven der Zusammenarbeit im Kulturbereich ergeben, wovon der Tourismus direkt profitiert.

Die Österreich Werbung und die Außenhandelsstellen werden die neuen Potenziale durch konkrete Werbeaktionen und unterstützende Maßnahmen in den neuen Mitgliedsländern nutzen. Erfolgreiche Unternehmer aus Österreich, welche durch konkrete Projekte in den Beitrittsländern bereits gute Erfahrungen gemacht haben, werden ihre Aktivitäten in den Nachbarstaaten verstärken, nannten Schenner und Raffling weitere wichtige Aspekte der bevorstehenden Erweiterung.

Die Einführung des Euro (möglich ab 2007) wird den Tourismus zusätzlich beleben. Der größte Veränderungsschritt wird das Übersiedeln der Schengen-Außengrenze nach Osten (2007/08?) sein, erklärte Mag. Christian Mandl, Leiter der Stabsabteilung EU-Koordination in der WKÖ. "Die Sicherheit wird zunehmend zu einem wichtigen positiven Faktor für den heimischen Tourismus".

Die Erweiterung ist gut vorbereitet, fasste Mandl zusammen. Die Beitrittsländer mussten ihre Hausaufgaben vorher machen, es gab kein generelles "opting out" für ganze Bereiche. Vereinbart wurden lediglich Übergangsfristen auf beiden Seiten. Solche hat Österreich bekanntlich bei Arbeitnehmerfreizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit ausgehandelt. "Bei der Übergangsfrist für die Arbeitnehmerfreizügigkeit wird es allerdings nötig sein, die Frist durch bilaterale Beschäftigungsabkommen zu flexibilisieren. Sonst schnappen uns andere die besten Köpfe weg", betonte der WKÖ-EU-Experte in seinem Referat. (hp)

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Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
Dr. Michael Raffling
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