Bayr zu WTO-Verhandlungen: Generika im Kampf gegen AIDS einsetzen

Appell an WTO: Kompromiss zu billigen Medikamenten finden

Wien (SK) Heute Nacht wurden in Genf die WTO-Verhandlungen über den erleichterten Zugang armer Länder zu billigen Medikamenten ergebnislos abgebrochen. Die dringend notwendige Bekämpfung von speziell in den Ländern des Südens weit verbreiteten Krankheiten wie AIDS, Tuberkulose und Malaria rückt damit in weite Ferne. "Eine offensive Gesundheitspolitik ist für die Entwicklungsländer eine Schlüsselfrage", so Petra Bayr, entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ. "Gerade die aktivsten Mitglieder der Gesellschaft erkranken häufiger - so kommt es in vielen Ländern - besonders in Afrika -bereits zu dem Problem, dass es keine Lehrerinnen, keine MitarbeiterInnen im Gesundheitssystem und keine LandwirtInnen mehr gibt, die arbeitsfähig sind, was auf die Grundversorgung der BewohnerInnen fatale Auswirkungen hat", so Bayr am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Besonders alarmierend ist die Situation bei AIDS/HIV: weltweit sind etwa 42 Millionen Menschen derzeit HIV-infiziert bzw. leiden an der Immunschwäche AIDS; noch in diesem Jahrzehnt werden es 100 Millionen sein, wenn nicht sofort massive Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Die meisten davon, nämlich 29,4 Millionen Menschen, leben im südlichen Afrika. Das entspricht dort einem infizierten Anteil von rund einem Drittel der Erwachsenenbevölkerung. Rund 58 Prozent der Infizierten sind Frauen. 2002 infizierten sich 3,5 Millionen Menschen mit dem Virus, 720.000 von ihnen waren Kinder unter 15 Jahren.

Während in der so genannten ersten Welt die medizinische Betreuung von HIV-Infizierten und an AIDS erkrankten Menschen einen vergleichsweise hohen Standard erreicht hat, ist das durch diese Erkrankung verursachte Elend in den Ländern des Südens auf Grund mangelnder Medikamente, Betreuung und Versorgung um vieles größer, als es gemäß der bereits errungenen Standards möglich wäre. Dazu die entwicklungspolitische Sprecherin: "Die internationale Staatengemeinschaft hat dringendst Sorge dafür zu tragen, dass auch den ärmeren Menschen dieser Erde der bereits bestehende medizinische Fortschritt zugänglich wird. Die Versorgung mit leistbaren Medikamenten ist der Schlüssel dazu, nicht vergessen darf nämlich werden, dass viele afrikanische Länder wie beispielsweise Uganda mit Gesundheitsbudgets von unter einem US-Dollar pro Kopf und Jahr arbeiten!"

Nach Auffassung von Bayr muss der Gesundheitspolitik in den Ländern der dritten Welt Priorität eingeräumt werden, da sonst viele andere Anstrengungen der Entwicklung von armen Ländern konterkariert werden. "Wenn es keine LehrerInnen, keine GesundheitsarbeiterInnen und keine FarmerInnen mehr gibt, die arbeiten können, dann führt sich jede Investition der Entwicklungszusammenarbeit in Bildung, medizinische Versorgung und die Landwirtschaft ad absurdum. Eine Einigung der WTO über das Herstellen und Importieren der billigeren Nachahme-Medikamente durch Entwicklungsländer ist das Gebot der Stunde!", so Bayr abschließend. (Schluss) up/mm

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