"Neues Volksblatt" Kommentar: "Altes Spiel" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 29. August 2003

Linz (OTS) - =

Wieder einmal droht das alte, wenig originelle Spiel.
Die Opposition bringt eine Maßnahme der Regierung, diesmal die Voest-Privatisierung, ins Parlament. Zweiter Akt: Jörg Haider lässt seinem Frust freien Lauf und schlägt sich auf die Seite der Regierungsgegner. Dritter Akt: Abgeordnete der Regierungsparteien werden aufgefordert, mit der Opposition zu stimmen. Einige Tage lang scheinbar helle Aufregung in und hinter den Kulissen. Dann der Schlussakt: Die Anträge der Opposition werden abgeschmettert, die Koalition hält. Auf dieses sich immer wiederholende Schauspiel kann allmählich verzichtet werden, weil es für den Zuschauer den Reiz verloren hat. Es wird doch keiner im Ernst glauben, dass an der Frage der Voest-Privatisierung die Regierung platzt. Zumal die Abgeordneten von ÖVP und FPÖ nichts anderes tun als sich an das vereinbarte Regierungsprogramm zu halten. Wäre nicht Wahlkampf in Oberösterreich, wären uns vermutlich auch diese Szenen aus dem Parlament erspart geblieben. Also, verehrte Damen und Herren aus der Opposition, diskutiert fleißig, aber lasst die Kirche im Dorf und macht uns kein Theater vor.

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