Transporteure: Es gibt schon längst keine Leerfahrten mehr

Reaktion auf heutige VCÖ-Pressekonferenz - Bauer: Eurovignette entfällt in Deutschland ab 31. August 2003

Wien (PWK557) - Die heutige Pressekonferenz des VCÖ war nach Ansicht der Transporteure verwirrend. "Der VCÖ spricht davon, dass die Lkw- und Busmaut die österreichische Wirtschaft kaum belasten werde. Damit ignoriert der VCÖ, dass die erwarteten Kosten von 600 Millionen Euro den Wirtschaftsstandort Österreich direkt belasten und verschlechtern". Und die Konsumenten werden die Folgen der Mauteinführung in Form von Preisanpassungen zu tragen haben", warnt der Geschäftsführer des Fachverbandes Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Österreich, Rudolf-Christian Bauer.

Die Güterbeförderer teilen das vom VCÖ bei der Pressekonferenz verkündete Anliegen, den Kfz-Verkehr noch effizienter zu gestalten, voll und ganz. Dies schon im eigenen Interesse der Unternehmen, die in einem harten Wettbewerb stehen, der sich durch die EU-Erweiterung noch drastisch verschärfen wird. "Lkw-Fahrten sind eine wichtige Infrastrukturleistung für die Bevölkerung. Es wird, schon aus den erwähnten Kostengründen, sicher keine einzige unnötige Fahrt unternommen. Wenn der VCÖ als Ziel seiner Bemühungen die ' Reduktion der Leerfahrten' nennt, dann ist das gut und schön, nur geht das weit an der Wirklichkeit vorbei. Es gibt im gewerblichen Güterverkehr in Wirklichkeit schon lange keine Leerfahrten mehr, außer bei Spezialtransporten", stellt Bauer richtig.

Auch der Schweizer Gastredner bei der Pressekonferenz konnte, so Bauer, nicht wirklich überzeugen, denn in der Schweiz hat rund ein Drittel der Transporteure die Einführung der LSVA (Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe) nicht überlebt. Arbeitsplätze wurden damit vernichtet. Erhöhte Finanzeinnahmen auf der einen Seite haben zu Mindereinnahmen bei anderen Unternehmenssteuern geführt, so Bauer zur heutigen Veranstaltung.

Deutschland wird aus dem Eurovignettenverbund am 31. August 2003 definitiv ausscheiden, gibt der Fachverbandsgeschäftsführer weiter bekannt. Das bedeutet, dass ab 31. August in Deutschland keine Benützungsabgabe für Lkw über 12 t Gesamtgewicht zu bezahlen ist. Das Road Pricing System geht am 31. August in Deutschland technisch in Betrieb. Es werden aber für in Deutschland zurückgelegte Wegstrecken bis voraussichtlich 31. Oktober 2003 keine Road Pricing Gebühren in Rechnung gestellt. Das gilt insbesondere für jene Unternehmungen, deren Fahrzeuge bereits mit einer elektronischen On-Bord Unit ausgerüstet sind.

Die Lenker von Lkw, die noch nicht über eine On-Bord Unit verfügen, werden trotzdem gebeten, die bereits aufgestellten Buchungsmaschinen zu benützen um sich mit dem System vertraut zu machen. Es läuft ein Probetrieb, eine Mitführungsverpflichtung für Belege gibt es vorerst noch nicht. Unternehmen, die die Maut über Interneteinbuchungen entrichten wollen, werden ebenfalls gebeten, diese Applikationen ab 31. August 2003 im Probebetrieb zu benützen.

Es gibt eine Möglichkeit der Rückerstattung für Eurovignetten, die ausschließlich nur in Deutschland benützt werden. Bis spätestens 30. September muß die Rückerstattung beim BAG (Bundesamt für den Güterverkehr) beantragt werden. Für Jahresvignetten werden vier Monate rückerstattet. Es gibt auch die Möglichkeit, unterjährige Vignetten erstattet zu erhalten. "Eine Rückerstattung macht nur dann Sinn, wenn die Eurovignetten ausschließlich in Deutschland verwendet wurden. Für Benelux, Dänemark und Schweden gilt die Eurovignette weiter", erinnert der Verkehrsexperte. (hp)

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Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband für das Güterbeförderungsgewerbe
Mag. Rudolf-Christian Bauer
Tel.: (++43-1) 961 63 63 57

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