SP-Weichsler : Kinderbetreuungsplätze schaffen anstatt kinderlose Frauen zu beschimpfen

ÖVP diffamiert Frauen ohne Kinder als Schädlinge der Gesellschaft

Linz (OTS) - "Wer keine Kinder bekommt, wird von Ministerin Gehrer als "verantwortungsloses Luxusweibchen im Partyrausch" verunglimpft," erklärt die zweite Landtagspräsidentin Gerda Weichsler. "Anstatt sich als Bildungsministerin darüber Gedanken zu machen, wie für junge Mädchen ausreichend Schulplätze und Lehrstellen, die auch deren Wünschen gerecht werden, geschaffen werden können, beschimpft Gehrer die jungen Menschen in unserem Land." Weichsler fordert die ÖVP auf, das Politkabarett rund um die Partys der Jugend zu beenden und zu seriöser Arbeit zurückzukehren: "Anscheinend versucht Ministerin Gehrer mit derartig unqualifizierten Bemerkungen über die unbefriedigende Situation bei der Vereinbarkeit von Kind und Job hinwegzutäuschen. Österreichs Frauen brauchen keine schimpfenden Ministerinnen, sondern eine Offensive im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen, damit die Vereinbarkeit von Kind und Job Realität wird."

Angesichts der Tatsache, dass auch in diesem Herbst wieder Lehrstellen fehlen werden und viele nicht ihr gewünschtes Berufsziel erlernen können, sei dringlicher Handlungsbedarf gegeben, betont Weichsler: "Bei dem jetzt von der ÖVP angezettelten Generationenkonflikt haben die Jungen durch Bildungsabbau und Studiengebühren bereits einen exorbitant hohen Beitrag zu leisten. Für zwei Drittel der Studentinnen und Studenten sind die Studiengebühren kaum leistbar, viele sind deswegen zu Nebenjobs gezwungen."

Weichsler beleuchtet reale Gründe, warum junge Frauen ihren Kinderwunsch genau hinterfragen: "Durch die angespannte Situation am Arbeitsmarkt sind bei vielen Frauen Verunsicherungen und Zukunftsängste besonders spürbar. Daher ist es verständlich, dass viele Frauen den hart erkämpften Arbeitsplatz und die damit verbundene Karriere, wenn keine oder nur eine nicht bedarfsgerechte Kinderbetreuung zur Verfügung steht, nicht durch eine mehrjährige Kinderpause gefährden wollen. Auch die anhaltende Flexibilisierung von Arbeitszeiten und die Vielzahl von atypischen Beschäftigungsverhältnissen tragen weiter dazu bei, dass der tägliche Spagat zwischen Familie und Beruf immer größer wird."

Unter diesen Voraussetzungen kann von Frauen kaum erwartet werden, sich ohne Zukunftsperspektiven für ein Kind zu entscheiden, so Weichsler: "Ein Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen nach dem Vorbild der SPÖ-Kindergartenmilliarde würde Abhilfe schaffen. Vor allem die Plätze für unter 3jährige Kinder und die Nachmittagsbetreuung für Schülerinnen und Schüler müssen ausgeweitet werden. Wir brauchen verantwortungsvolle Frauenpolitik auch auf Bundesebene und keine Beschimpfungen durch Ministerinnen."

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