Josef Hesoun: Ein Leben für die ArbeitnehmerInnen

AKNÖ trauert um Josef Hesoun

Als Sozialminister setzte er mit der Pflegevorsorge einen Meilenstein im österreichischen Sozialsystem. Als Präsident der Niederösterreichischen Arbeiterkammer prägte Josef Hesoun siebzehn Jahre lang eindrucksvoll das Geschehen in Niederösterreich.

Das österreichische System der sozialen Sicherheit wird oft vorbildlich genannt. Doch vieles, was heute selbstverständlich erscheint oder kontroversiell diskutiert wird, musste in den 50er, 60er und 70er Jahren hart erarbeitet und erkämpft werden. "Josef Hesoun hat sein ganzes Leben diesem Auf- und Ausbau der Stellung der ArbeitnehmerInnen gewidmet", hält der Präsident der niederösterreichischen Arbeiterkammer (AKNÖ), Josef Staudinger fest, "in all seinem Wirken ist immer der Mensch im Mittelpunkt gestanden". Sein Gefühl für die Sorgen und Anliegen der arbeitenden Menschen habe Josef Hesoun nie verloren. So hat er in seinen Funktionen als Gewerkschafter, Präsident der Arbeiterkammer und als Sozialminister gehandelt. Er hat nicht nur ein funktionierendes Sozialsystem mitaufgebaut, "Josef Hesoun hat immer gesagt, dass eine aktive Sozialpolitik dann am notwendigsten ist, wenn die Zeiten schwieriger werden. Josef Hesoun hat eindrucksvoll bewiesen, dass das möglich ist", erklärt Staudinger. Unter dem Umgang mit der Rekordarbeitslosigkeit in den letzten Monaten habe er persönlich gelitten, er hatte die sozialen und die politischen Dimensionen, aber auch die menschlichen Einzelschicksale nie aus den Augen verloren. Nie waren für ihn Daten aus den Sozialberichten oder -statistiken reines Zahlenwerk, immer hat er dahinter die Menschen gesehen. Bis zuletzt hat sich Josef Hesoun höchst aktiv für die österreichische Sozialpolitik interessiert und seine Fähigkeiten als Brückenbauer hinter den Kulissen unter Beweis gestellt.

Josef Hesoun war nie ein Mann für das Scheinwerferlicht. Wenig angepasst hatte er nichts von einem modernen Medienpolitiker. Das machte ihn angreifbar aber auch sympathisch und unvergesslich. Seine Meinung hielt er nicht hinter den Berg – auch wenn es ihm nicht immer nutzte. Vielleicht hat er sich damit als Politiker viele Chancen vergeben. Als Mensch hat er aber seine Geradlinigkeit, seine Ehrlichkeit und seine Verlässlichkeit nie eingebüßt – egal in welche Ämter er aufgestiegen ist. Typisch war für ihn, dass er sich nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik nie laut feiern ließ. "Im Gegenteil – zum 50jährigen Bestehen der Niederösterreichischen Arbeiterkammer verzichtete er auf die üblichen Auszeichnungen und wünschte sich eine Aufstockung der Förderung des zweiten Bildungsweges für die AKNÖ-Mitglieder", erinnert sich der AKNÖ-Präsident.

Zu seiner Person sagte Hesoun selbst, dass er "von Geburt an Sozialdemokrat" sei. Es müsse Menschen geben, die sich für den Nächsten und den Schwächeren einsetzen. Politisch beeinflusst sei er als Kind vor allem von seinem Großvater worden. Dieser habe nach einer einjährigen Internierung im KZ Dachau für Frauen gesammelt, deren Männer im KZ waren.

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