ORF-Aktion "Schatzhaus Österreich" lädt nach Götzis

Spezialführung ins Junker-Jonas-Schlössle

Wien (OTS) - Die ORF-Aktion "Schatzhaus Österreich" lädt am Sonntag, dem 31. August 2003, zu einer Spezialführung ins Junker-Jonas-Schlössle nach Götzis. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr beim Haupteingang des Junker-Jonas-Schlössles südwestlich der Pfarrkirche. Erwachsene zahlen sechs Euro Eintritt. Das Geld kommt der Denkmalpflege zugute.

Herrschaftliches Wohnhaus aus dem frühen 17. Jahrhundert

Die Vorarlberger Gemeinde Götzis ist stolz auf ihr Junker-Jonas-Schlössle, ein herrschaftliches Wohnhaus aus der Zeit um 1600. 1584 ließ die Adelsfamilie Jonas den dreigeschoßigen Ansitz errichten, der mit angestelltem, rundem Treppenturm an ein kleines Kastell erinnert. Dass das Objekt heute noch steht, ist dem historischen Bewusstsein und der tatkräftigen Unterstützung der Gemeinde zu verdanken. Auf Grund des desolaten Zustandes drohten sogar die Wände einzustürzen. Das Baujuwel zeichnet sich durch eine ungewöhnlich umfangreich erhaltene Innenausstattung aus: originale Kassettendecken, Wandmalereien und Böden aus dem frühen 17. Jahrhundert. Insbesondere die Eckstube im ersten Obergeschoß zeigt eine besondere reiche Dekoration - hier gingen die Frauen ihrer Handarbeit nach, möglicherweise handelte es sich auch um eine Trinkstube. Vor drei Jahren begannen die Sanierungsarbeiten, die einige Überraschungen zu Tage förderten. So wurde hinter einer raumhohen Vertäfelung des 19. Jahrhunderts, einem so genannten Täfer, ein Freskofries aus der Zeit um 1610/20 entdeckt. Neben den Wappen der Familie Jonas sind hier pflanzliche Motive und eine Reihe an Tierdarstellungen zu finden: Rehe, Hirsche, Hunde, ein Pfau.

Die Restaurierung dieses Frieses erfordert minutiöses Vorgehen: Mit Skalpell wird Stückchen für Stückchen freigelegt - vor allem die tief gehende Verrußung erfordert ein umfangreiches Reinigungsprogramm. Die aus neun Kassetten bestehende Renaissancedecke wurde eigens ausgebaut, um Kalkschichten und Übermalungen entfernen zu können. Das Objekt ist von hoher künstlerischer und kultureller Bedeutung. Veranschaulicht es doch das Leben und Arbeiten in einem adeligen Wohnhaus der frühen Neuzeit.

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