Österreichische Ärztekammer zu Hartinger: Visionen statt Kontrollen gefordert

Ärzte bei Qualitätssicherung längst auf dem Weg - Hartinger nicht informiert - Vertrauenskultur zwischen Krankenkassen und Ärzten eingemahnt

Wien (OTS) - Mit Befremden nahm die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) den im heutigen Wirtschaftsblatt geäußerten Wunsch der neuen dritten Geschäftführerin des Hauptverbandes der Sozialversicherungen, Beate Hartinger, nach verschärfter Kontrolle und Sanktionsmöglichkeiten gegenüber den niedergelassenen Ärzten zur Kenntnis. Der geschäftsführende ÖÄK-Vizepräsident, Dr. Walter Dorner, und der Bundesobmann der niedergelassenen Ärzte , Dr. Jörg Pruckner, bedauerten Donnerstag in einer Aussendung, dass Hartinger sich primär mit Erschwernissen und Restriktionen für die Ärzte befasse, anstelle Visionen über eine neue Versorgungsstruktur zu entwickeln.

"Die neue Geschäftsführerin des Hauptverbandes verkennt die wirtschaftlichen und inhaltlichen Voraussetzungen für den Betrieb einer ärztlichen Niederlassung. Ihre Absicht, den niedergelassenen Ärzten ihre Arbeit zu erschweren, schließt nahtlos an die Mentalität verstaatlichten Gesundheitsdenkens an, das in der Vergangenheit und in der Gegenwart immer in die Sackgasse geführt hat", sagte Dorner.

Der Bundesobmann der niedergelassenen Ärzte, Jörg Pruckner, wiederum meinte, dass Hartinger nicht über die nachhaltigen Schritte in Richtung Qualitätssicherung und Praxenevaluierung, die die ÖÄK aktuell setze, informiert sei. Die Evaluierung der Ordinationen startet im Herbst mit einem Pilotprojekt in Salzburg", erläuterte Pruckner. Im weiteren wiesen Dorner und Pruckner auf das in Österreich etablierte ärztliche Fortbildungssystem hin, das international als Vorbild diene und nunmehr europaweit nachgeahmt werde. Pruckner: "Das sogenannte Diplom-Fortbildungs-Programm der ÖÄK ist eine Innovation, die bei den Ärzten überragenden Zuspruch findet und über alle Erwartungen hinaus frequentiert wird."

Dorner und Pruckner forderten darüber hinaus von Hartinger Unterstützung bei Maßnahmen zur Vertrauensbildung zwischen Arzt und Patienten. Dieses Vertrauen sei, so die Ärztevertreter, auch im Umgang zwischen Sozialversicherungen und Ärzten "jedenfalls besser, als schikanöse und kontraproduktive Kontrollen". Die bisher gegebenen Sanktions- und Kündigungsmöglichkeiten der Krankenkassen seien ausreichend und würden auf die spezielle wirtschaftliche Situation sowie die Notwendigkeiten einer kontinuierlichen, auf Vertrauen basierenden, Patientenbetreuung Rücksicht nehmen.

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