Gewerkschaft Bau-Holz trauert um Josef Hesoun

GBH-Driemer: Wir verlieren mit Hesoun eine große Persönlichkeit

Wien (GBH/ÖGB). Mit Bestürzung und Trauer musste die Gewerkschaft Bau-Holz das Ableben ihres ehemaligen Vorsitzenden, Minister a.D. Josef Hesoun zur Kenntnis nehmen. Josef Hesoun verstarb heute früh nach längerem schweren Leiden im 74. Lebensjahr. Johann Driemer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident:
"Wir verlieren mit unserem `Jolly´ Hesoun nicht nur einen Kämpfer für die Rechte der ArbeitnehmerInnen, sondern auch einen Freund, der sich weit über die Grenzen der Arbeitnehmerbewegung hinaus höchste Anerkennung erworben hat." ++++

Geboren am 12. April 1930 in Vösendorf/Niederösterreich, kreuzte sich der Lebensweg des gelernten Automechanikers Josef Hesoun schon bald mit der Gewerkschaftsbewegung, der er bereits im Juni 1945 beitrat. Josef Hesoun hat die Gewerkschaftsbewegung also praktisch seit ihrer Wiedergründung im April 1945 begleitet.

Josef Hesoun begann seinen beruflichen Lebensweg als Automechaniker, wechselte jedoch bereits 1951 zur Firma Wienerberger in seiner Heimatgemeinde Vösendorf, bei der schon seine Eltern beschäftigt waren. Gleichzeitig wurde er auch Mitglied der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH).

Von 1952 bis 1961 sorgte er - erst als Arbeiter-, dann als Angestelltenbetriebsrat, für die Rechte "seiner" ArbeitnehmerInnen bei der Firma Wienerberger. Seit 1957 war er Landesvorstandsmitglied der Gewerkschaft Bau-Holz Niederösterreich.

Seinen "offiziellen" Weg bei der Gewerkschaft Bau-Holz begann er 1961 als Sekretär der Landesorganisation Niederösterreich, deren Landessekretär er von 1973 bis 1978 war. Seit 1974 war er stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, seit 1978 Landesvorsitzender der GBH Niederösterreich.

1982 wurde Josef Hesoun Mitglied des GBH-Bundesvorstandes.
1986 wurde Josef Hesoun schließlich zum Vorsitzenden der GBH gewählt. 1987 wurde er auch zum ÖGB-Vizepräsident gewählt. Die Interessen "seiner" ArbeitnehmerInnen, der Bau- und HolzarbeiterInnen, hat er in diesen wie in seinen anderen Funktionen immer mit Vehemenz und großem Einsatz vertreten.

Auch in der Arbeiterkammer Niederösterreich setzte er sich für die Rechte der ArbeitnehmerInnen ein, ebenso wie in seiner Funktion in der Gebietskrankenkasse. Seit 1964 Kammerrat, war er ab 1973 Mitglied des Vorstandes der AKNÖ und seit 1974 bis 1990 ihr Präsident.

Seine Partei war die SPÖ. Begonnen hat Josef Hesoun als Bezirksobmann in Mödling, war bald niederösterreichischer Landesparteiobmann-Stv. und schließlich Mitglied des Bundesparteivorstandes. Von 1975 bis 1979 Mitglied des Bundesrates, wurde er 1979 als Abgeordneter zum Nationalrat angelobt. Ab 1983 war er auch Vorsitzender des Sozialausschusses.

1990 wurde Josef Hesoun als Bundesminister für Arbeit und Soziales in die Bundesregierung berufen. Diese Funktion übte er bis zum April 1995 aus.

Seine Funktion als Vorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz übergab er 1994 mit dem Vermerk, er wolle nun "die Verantwortung an die jüngere Generation weitergeben", an den jetzigen Bundesvorsitzenden Johann Driemer. Trotzdem blieb Josef Hesoun "seiner" Gewerkschaft Bau-Holz weit über die "Pension" hinaus verbunden.

Wir verlieren mit Josef Hesoun eine unserer großen Persönlichkeiten, die nicht nur die Gewerkschaftsbewegung, sondern auch die Sozialpolitik in Österreich maßgeblich mitgeprägt hat. Unsere ganze Anteilnahme gilt seiner Familie.

ÖGB, 28. August 2003
Nr. 703

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft Bau-Holz
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Sonja Schmid
Tel. 01/401 47-246
E-Mail: sonja.schmid@gbh.oegb.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002