Präsident LAbg. Mag. Otto Gumpinger: Wertediskussion wichtig - Mut machen statt erhobener Zeigefinger und Jugendschelte

Linz (OTS) - Etwas gutes hat die jetzt ausgebrochene Diskussion über den Kindermangel und den Generationenvertrag jedenfalls an sich. Es wird über die Zukunft der Familien und das größte Zukunftsproblem Europas und der ganzen industrialisierten Welt, die erschreckende demografische Entwicklung - Stichwort Vergreisung - endlich intensiv in der Öffentlichkeit diskutiert. Der Österr. Familienbund begrüßt deshalb, so Präsident LAbg. Mag. Otto Gumpinger diese Diskussion, auch wenn verschiedene Wortmeldungen provokativ und bestimmte Formulierungen unangebracht sind. Damit wird wertvolle Bewusstseinsbildung geleistet, ohne dass dies dem Steuerzahler die sonst für ministerielle Kampagnen notwendigen Millionen kostet.

Mut zum Kind zu machen ohne dabei auf viele für die Familien mit Kindern erforderliche Maßnahmen zu vergessen sollte im Mittelpunkt stehen. Eine der wenigen Studien über die Ursache der geringen Bereitschaft mehrere Kinder zu haben, die vom oberösterreichischen Landesfamilienreferenten LHStv Franz Hiesl vor wenigen Jahren in Auftrag gegeben wurde, hat ein eindeutiges Ergebnis gebracht. Ein Kind haben im Durchschnitt alle Frauen bzw. Jungfamilien (Geburtenrate in Österreich 1,3) in Österreich. Ob ein weiters Kind gewünscht wird hängt davon ab wie die neue Situation mit einem Kind konkret erlebt wird. Hier vergleichen sich aber unsere Jungfamilien nicht mit der Situation ihrer Eltern sondern mit der gleichaltriger Freunde und Bekannter.

Deshalb ist es unumgänglich die gesamten Rahmenbedingungen für Familien, obwohl gerade in letzter Zeit sehr viel geschehen ist (Kinderbetreuungsgeld, Ausbau der Betreuungseinrichtungen usw.), weiter massiv zu verbessern. Dazu gehört auch ganz wesentlich die Anhebung der Wertschätzung der Familien in der Gesellschaft, wozu alle beitragen können. Vorschläge gibt es von allen Familienorganisationen, allen Parteien, die bei unterschiedlicher Schwerpunktsetzung durchaus ähnlich, im Wesentlichen aber eine Finanzierungsfrage sind. Gerade die geplante Steuerreform sollte deshalb genützt werden um Familien mit Kindern besonders zu berücksichtigen, so Gumpinger weiter.

Es ist eigentlich lächerlich diese zentrale Frage für das Überleben unserer westlichen Industriegesellschaft auf die Ebene der Anzahl von Partybesuchen oder von Appartements auf Ibiza usw. zu reduzieren. Wahrscheinlich ist es aber nötig um überhaupt eine Diskussion in Gang zu bringen und die Kopf in den Sand Politik zu beenden.

Solange die gesamte Situation nur bejammert wird, wird es schwer sein Mut zu mehr Kindern zu machen. Im Mittelpunkt sollten die Lebensfreude, die lebenssinnstiftende Bedeutung von Kindern in der Familie und die möglichen positiven Veränderungen stehen, so

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