Grillitsch: Von Dürre betroffene Bauern brauchen wirksame Hilfe

Forderung nach Dürre-Versicherung und Öffnung der Interventionslager

Wien (AIZ) - "EU-Kommissar Franz Fischler behauptete in der gestrigen ZIB 3, Österreich hätte im Zuge der Dürremaßnahmen Agrargelder in Brüssel liegen gelassen. Der Österreichische Bauernbund kann das ganz und gar nicht bestätigen", stellte heute Präsident Fritz Grillitsch fest. "Bei uns laufen die Telefone heiß und die Bauern verlangen eine Erklärung für diese Behauptung von Fischler. Diese seine Aussage ist tatsächlich erklärungsbedürftig", so Grillitsch.

Aus Brüssel seien im Zuge der Dürrekatastrophe nämlich keine zusätzlichen Gelder bereitgestellt worden, sondern es wäre von dort lediglich das Angebot auf vorgezogene Zahlungen eingelangt. "In Österreich werden allerdings die Prämien früher ausbezahlt als in jedem anderen Land der EU. Das Angebot aus Brüssel zur Vorverlegung der Zahlungen kam deshalb für Österreich einfach zu spät, weil wir -gemessen an den anderen EU-Staaten - schneller und effizienter agiert haben als der Rest der Union", erklärte der Bauernbundpräsident.

In Österreich hätten sich die Agrarvertreter auch nicht auf Brüssel verlassen, sondern eigenständig auf Landes- und Bundesebene nach Lösungen gesucht und diese auch gefunden. So würden EUR 3 Mio. aus dem Katastrophenfonds und ungefähr die gleiche Summe nochmals aus den Ländern bereitgestellt. "Wir warten aber noch immer auf die vom Kommissar in Aussicht gestellte Öffnung der Interventionslager und die Verbilligung des Futtergetreides. Nun ist rasches Handeln das Gebot der Stunde", so Grillitsch.

"Die sich unter anderem durch den Klimawandel häufenden Ernteausfälle müssen in Zukunft nach amerikanischem Vorbild durch eine umfassende Ernteversicherung wirkungsvoll abgefedert werden. Daneben ist es notwendig, die derzeitig nicht versicherbaren Kulturen wie Grünland einzubeziehen. Da Witterungseinflüsse kein national eingrenzbares Risiko darstellen, ist die Einbindung der EU, etwa durch die Übernahme von Ausfallshaftungen, erforderlich", sagte Grillitsch.
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