FSG-Nussgraber: Gehrers Logik beißt sich selbst in den Schwanz

Regierung muss familienfreundliche Bedingungen schaffen

Wien (FSG). Erika Nussgraber-Schnabl, FSG-Bundesfrauenvorsitzende, übt massive Kritik an den Aussagen von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer. Gehrer hatte sinngemäß gesagt, die Jugendlichen sollten weniger auf Partys gehen und mehr an die Erfüllung des Generationenvertrages denken - also Familien gründen. "Es ist erstens ein Hohn, so mit jungen Menschen zu reden, und es ist zweitens ein Hohn, die Verantwortung für ein funktionierendes Pensionssystem so auf die Menschen abwälzen zu wollen."++++

Gehrer wolle außerdem eine Diskussion einleiten, wie der Generationenvertrag von den "Vertragspartnern" erfüllt werden könne. "Diese so genannten Vertragspartner - die Menschen im Land - sind in keiner Sekunde zu Wort gekommen, als die Bundesregierung das Pensionssystem radikal geändert hat," sagt die FSG-Frauenvorsitzende. "Im Nachhinein über feststehende Veränderungen diskutieren zu wollen, zeigt das demokratiepolitische Defizit der Ministerin. Denn normalerweise gilt ein Vertrag nur dann, wenn alle, die ihn abschließen, zustimmen."

"Frau Gehrer soll lieber den Vertrag, den sie als Ministerin mit den Menschen in Österreich hat, erfüllen," fordert Nussgraber-Schnabl. "Sie soll dafür sorgen, dass Mädchen und junge Frauen gute Ausbildungen erhalten, damit ihnen im Berufsleben mehr Möglichkeiten offen stehen. Sie soll dafür sorgen, dass es überall ganztägige Schulen gibt, sie soll gemeinsam mit ihrer Kollegin Frauenministerin Rauch-Kallat für ausreichend Kinderbetreuungseinrichtungen für alle Altersstufen und in ganz Österreich sorgen.
"Die Logik der Frau Gehrer ist eine, die sich selbst in den Schwanz beißt," sagt Nussgraber-Schnabl. "Denn warum sollen junge Menschen, vor allem junge Frauen, es besonders eilig haben, Familien zu gründen? Sie wissen, dass sie immer noch weniger verdienen als die Männer; dass daher sie diejenigen sein werden, die mit den Kindern zu Hause sein werden; dass es zu wenig Kindergartenplätze gibt; dass sie weniger verdienen werden, wenn sie zum Beispiel Teilzeitjobs annehmen müssen und daher auch ihre Pension einmal niedriger sein wird; sie wissen also ganz genau, dass sie dank der schwarz-blauen Familien-und Frauenpolitik doppelt und dreifach belastet sein werden." Darüber hinaus stehe es Frau Gehrer nicht zu, sich in die Familienplanung der Menschen einzumischen. Anstatt also junge Menschen zu bevormunden, sei es Aufgabe der Regierung, der Frau Gehrer angehöre, familienfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. "Es ist nicht Aufgabe einer Ministerin, junge Menschen mit Aussagen, die in allem der Realität widersprechen, zu verärgern," schließt Nussgraber-Schnabl.

FSG, 27. August 2003
Nr. 058

Rückfragen & Kontakt:

FSG Presse,
Telefon: 01 501 46 242

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGS0001