GPA: Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Sozialbereich müssen verbessert werden

Arbeitgeber der BAGS sind aufgerufen, Kollektivvertrag endlich zuzustimmen

Wien (GPA/ÖGB). "Wenn heute von Seiten der Politik oft von den Problemen der demografischen Entwicklungen und der Notwendigkeit zur Schaffung entsprechender Betreuungsinfrastruktur die Rede ist, dann steht dazu die konkrete Politik der öffentlichen Hand gegenüber den Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich, insbesondere im Kinder- und Jugendwohlfahrtbereich, im krassen Widerspruch", kritisiert der GPA-Geschäftsfeldleiter Karl Proyer.++++

"Wer die Notwendigkeit des Ausbaus von Pflege- und Betreuungseinrichtungen erkennt, der muss auch einen Beitrag zur Entwicklung bestimmter Qualitätsstandards, die dem gesellschaftlichen Stellenwert der Arbeit in diesem Bereich gerecht wird, leisten", so Proyer. Ganz wichtig sei die Schaffung einheitlicher Ausbildungsstandards im Sozialbereich, die eine einheitliche, österreichweite Qualität dieser Dienstleistungen ansichern sollen.

"Es ist eine Grundaufgabe der Gemeinden, der Länder und sicher auch des Bundes, die notwendigen Einrichtungen, sowie auch qualifiziertes Personal zur Verfügung zu stellen. Dafür müssen auch die notwendigen Mittel aufgewendet werden. Qualifiziertes Personal hat Anspruch auf ein Professionistengehalt und darf nicht mit Almosen abgespeist werden." erklärt der GPA-Wirtschaftsbereichssekretär Reinhard Bödenauer.

Weiters geht es darum, dass durch entsprechende Standards in den Arbeitsbedingungen, eine professionelle Pflege ermöglicht wird, die auch für die Betroffenen (Ältere Menschen, Menschen mit Behinderung, Eltern mit Kleinkindern) leistbar sind. "Professionelle Betreuung und Pflege kann es jedoch nur dann geben, wenn Einkommen und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten einem bestimmten Standard gerecht werden", betont Proyer.

"Ein einheitlicher Kollektivvertrag wäre für die Entwicklung dieses für die Gesellschaft so wichtigen Bereiches ein wesentlicher Meilenstein. Die Arbeitgeber der BAGS (Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe) sind daher aufgerufen, die sich nun schon über mehrere Jahre ziehenden Verhandlungen über einen Kollektivvertrag für die knapp 25.000 Beschäftigten in diesem Bereich endlich zu finalisieren", so Proyer abschließend.

ÖGB, 27. August 2003
Nr. 699

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