Tourismus weist Kritik an neuen Saisonier-Bestimmungen zurück

Schenner: Die "Gewichtung" des Saisoniers ist ausschlaggebend -"Flexibilität in der Ausländerbeschäftigung einfach notwendig"

Wien (PWK) - Als "einen Beitrag zur Sicherung des Tourismus als Beschäftigungsmotor" sieht der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Hans Schenner, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bekannt gegebene Berechnung des Saisoniermodells.

Aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen, die seit Anfang des Jahres gelten, dürfen im Tourismus und in der Landwirtschaft insgesamt im "gewichteten" Jahresdurchschnitt nicht mehr als 8.000 Saisoniers beschäftigt werden.
Nun teilte das Wirtschaftsministerium mit, dass Beschäftigungsverhältnisse, die keine 6 Wochen andauern, mit Null gewichtet und daher in der Durchschnittsberechnung nicht mitgezählt werden.

"Das ist auch leicht nachvollziehbar", so Obmann Schenner: "Sinn der Gewichtung war von Anfang an, bei der Vergabe von Saisonierkontingenten nicht statisch vorzugehen, sondern auf die wirtschafts-, beschäftigungs- und arbeitsmarktpolitischen Anforderungen Bedacht zu nehmen."

Beschäftigungen bis zu sechs Wochen dienen in der Praxis lediglich der Abdeckung eines kurzfristigen Spitzenbedarfs, erklärt Schenner und nennt sportliche Großveranstaltungen, Weihnachts- und Ostermärkte, kulinarische Wochen oder Volksfeste als Beispiele. Dabei setzen laut Schenner keinerlei Verdrängungsprozesse am Arbeitsmarkt ein, da für eine derartig kurze Beschäftigungsdauer die Saisonstellen nicht mit heimischen Arbeitskräften abgedeckt werden können. Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht sei es daher notwendig, kurzfristige Beschäftigungen bis zu maximal sechs Wochen anders zu bewerten als längerfristige saisonale Arbeitsverhältnisse, nimmt Schenner Bezug auf die aktuelle Kritik von AK und Gewerkschaft an der Neuregelung.

Da sich Österreich dazu entschlossen hat, den Arbeitsmarkt nicht bereits 2004 für Arbeitskräfte aus den EU-Beitrittsländern zu öffnen, sondern für bis zu sieben Jahre zu regulieren, sei es erforderlich, möglichst einfach und rasch auf Entwicklungen im Arbeitsmarkt reagieren zu können, sieht Schenner die Flexibilität in der Ausländerbeschäftigung als absolutes Muss. "Deswegen wären auch auf den jeweiligen Arbeitsmarkt abgestimmte Beschäftigungsabkommen, wie Grenzgänger- und Praktikantenabkommen, für den Tourismus besonders wichtig".

Heftige Kritik an AK und Gewerkschaft übt Spartengeschäftsführer Michael Raffling, ebenfalls Teilnehmer der jüngsten Ausschuss-Sitzung im Ministerium: "Unsere Sozialpartner sollten endlich soweit kommen, sich zu überlegen, wie der Wirtschaftszweig am besten funktionieren kann - und nicht dauernd nachzudenken, welche Prügel man den Betrieben zwischen die Beine werfen kann. Denn damit schaden sie unmittelbar auch ihren Mitgliedern". (hp)

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