Flemming: Mönchsrobben stehen in der Türkei vor Ausrottung

EU-Kommission soll politischen Druck auf Türkei erhöhen -Schutzmaßnahmen sind längst überfällig

Brüssel, 27. August 2003 (ÖVP-PK) "Es ist unsere Verantwortung, die Welt, in der wir leben, möglichst vollständig an unsere Kinder weiterzugeben. Dazu gehört auch der Schutz besonders gefährdeter Tierarten wie beispielsweise der Mönchsrobben, von denen nur mehr weniger als 200 Tiere in den Küstengewässern von Griechenland und der Türkei leben", sagte heute, Mittwoch, die österreichische Europaparlamentarierin Dr. Marilies Flemming. "Allein gemäß der EU-Habitatrichtlinie sollte die Mönchsrobbe das höchste Maß an Schutz genießen. Da die Türkei aber kein EU-Mitglied ist und auch mit der Bonner Konvention eine weitere diesbezügliche internationale Übereinkunft nicht unterzeichnet hat, ist der Bestand der Mönchsrobben an der türkischen Küste höchst gefährdet. Ich habe die Kommission dringend ersucht, den politischen Druck auf die türkische Regierung zu erhöhen, um für einen besseren Schutz zu sorgen", so Flemming. ****

Griechenland habe mit der Einrichtung eines Meeresnationalparks sowie einer Anzahl von Schutzgebieten seine Verpflichtungen zumindest teilweise erfüllt. "In der Türkei treten die Pläne zur Schaffung von Küstennationalparks seit Jahren auf der Stelle. Immer wieder werden touristische und wirtschaftliche Gründe vorgeschoben, die den effektiven Schutz dieser seltenen Tierart verhindern", kritisierte Flemming scharf.

EU-Kommissarin Wallström hatte nun in ihrer Antwort an Flemming zugesagt, im Rahmen von Verhandlungen mit der Türkei noch in diesem Jahr auch die Frage des Artenschutzes zur Sprache zu bringen. "Die Türkei wurde bereits aufgefordert, im Rahmen der überarbeiteten Beitrittspartnerschaft die entsprechenden EU-Regelungen wie eben die Habitatrichtlinie umzusetzen und anzuwenden. Die Kommission will in den bevorstehenden Gesprächen auch den Dialog über diese spezielle, aber wichtige Frage intensivieren", ist Flemming zufrieden.

Die Kommission habe auch zugesagt, die Sorge und Forderung Flemmings bei entsprechenden Konferenzen multilateraler Übereinkünfte, zu deren Vertragsparteien die EU wie auch die Türkei gehören, in den gemeinsamen Standpunkt mit aufzunehmen. "Rücksichtsloses Vorgehen hat in den vergangenen Jahrzehnten zahllose Tierarten unwiederbringlich ausgerottet. Die Europäische Union ist traditionell Vorreiter in Sachen Tierschutz und Umweltschutz. Und wer sich der EU als künftiger Partner annähern möchte, ist gut beraten, diese grundlegende Position der EU auch so rasch wie möglich zu übernehmen", sagte Flemming abschließend.

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