Schasching konstatiert Wandlung Gehrers von der "Gehrer-Mami" zur "sturen Omama-Haltung"

Kinderfreunde-Befragung zur Ferienregelung zeigt massiven Bedarf an Betreuungseinrichtungen auf

Wien(SK) "Nicht die Ferienregelung, sondern das mangelnde Betreuungsangebot macht den Eltern zu schaffen", fasste die Bundesvorsitzende der Kinderfreunde, Waltraud Witowetz-Müller am Mittwoch in einer Pressekonferenz den Sukkus der jüngsten Befragung der Kinderfreunde zur Ferienregelung zusammen. Als sehr aussagekräftig werteten die Kinderfreunde an der Umfrage die unterschiedlichen Ergebnisse in Wien und Oberösterreich betreffend die Zufriedenheit mit den Betreuungseinrichtungen: Während in Wien 72 Prozent der Befragten das Betreuungsangebot als ausreichend empfinden, sei dies in Oberösterreich nur bei 27 Prozent der Fall. SPÖ-Abgeordnete und Schulsprecherin der Kinderfreunde Beate Schasching übte harsche Kritik an der Bildungspolitik der Regierung. Die Bildungsministerin habe mit der einstigen "Gehrer-Mami" nichts mehr gemein, sondern habe eine "sture Omama-Haltung" angenommen, so Schasching.****

Schasching setzte sich mit Vehemenz dafür ein, "die dringenden Probleme des Schulsystems in Angriff zu nehmen, anstatt mit der Ferienzeitregelung von den wirklichen Problemen abzulenken". Besonderes Augenmerk legte Schasching dabei auf den bedarfsgerechten Ausbau ganztägiger Schulformen, die Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen, die Schaffung von Schulplätzen an den BHS und AHS und die Erhöhung der - gekürzten - Schülerbeihilfen. "Es darf keine Frage der Geldbörse sein, welche Ausbildung man machen kann", zeigte sich Schasching überzeugt. Besondere Sorge bereiteten Schasching dabei die 11 000 jungen Leute, die mangels einer Lehrstelle zurück ins Schulsystem wollen, beziehungsweise müssen und dort aber zu wenig Platz finden.

Die Ergebnisse der von den Kinderfreunden in Wien und Oberösterreich im Sommer durchgeführten Befragung brachten eines klar zu Tage, so Andrea Fraundorfer, Leiterin des Österreichischen Schulkompetenzzentrums: Die überwiegende Mehrheit der Befragten, konkret 85 Prozent, sind mit der derzeitigen Ferienregelung sehr zufrieden oder zufrieden. Das Hauptproblem liege - vor allem in ländlichen Gebieten - ganz woanders: in den mangelnden Betreuungsangeboten für die Kinder während der Ferienzeit. So werden in Oberösterreich lediglich acht Prozent der Kinder institutionell betreut. In Wien schaue die Situation - mit 47 Prozent in Horteinrichtungen betreuten Kindern - besser aus. Die Kinderfreunde ziehen daraus den Schluss, "dass das Betreuungsangebot direkt mit der Zufriedenheit der Eltern zusammenhängt".

Entgegen der "Ablenkungspolitik" der Bildungsministerin wollen die Kinderfreunde die anstehenden Probleme offensiv in Angriff nehmen - und fordern den "raschen Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen in der Ferienzeit", "ein einheitliches Bundesrahmengesetz für alle Kinderbetreuungseinrichtungen", "finanzielle Unterstützung von Kinderferienaktionen" und "kostengünstige Betreuungsangebote mit professionellen freizeitpädagogischen Einrichtungen".

Auf die Frage, ob die Kinderfreunde Gehrer nach ihrer Meldung "Kinderkriegen statt Partygehen" als Ehrenmitglied bei den Kinderfreunden aufnehmen werden, meinte Witowetz-Müller: "Wir sind der Meinung, dass die jungen Menschen selbstbestimmt entscheiden sollen, was sie wollen." Dass viele junge Menschen trotz Kinderwünschen, sich schließlich dagegen entscheiden, Kinder zu kriegen, machte Witowetz-Müller an den fehlenden politischen Rahmenbedingungen fest. Wenn es, wie in Frankreich oder Finnland, durch ein ausreichendes Maß an Betreuungsangeboten möglich sei, Beruf und Kind zu vereinen, dann werde die Geburtenrate auch höher sein. (Schluss)lm

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