Wien fordert Kindergarten-Milliarde

Wien (OTS) - Am Rande des heutigen Bürgermeister-Mediengespräches wurde Bürgermeister Dr. Michael Häupl auf die Situation in Wien hinsichtlich der Kinderbetreuungsplätze angesprochen. "Die Reaktion auf die Forderung nach einer neuen Kindergartenmilliarde des Bundes ist eine wichtige Voraussetzung dafür, ob wir an einem runden Tisch teilnehmen werden." zeigte sich Häupl mit den Bundesländern Kärnten und Steiermark solidarisch.

Insgesamt verfügt die Stadt Wien derzeit über rund 75.000 Betreuungsplätze in privaten und städtischen Kindertagesheimen. In Wien gibt es derzeit 34 Betriebskindergärten.

3/4 aller Österreichischen Krippenplätze in Wien

Für 22.150 in Wien lebende 1,5-3-jährige Kinder stehen insgesamt 12.634 Plätze in städtischen und privaten Kindertagesheimen zur Verfügung. Dies entspricht einem Deckungsgrad von rund 57%. Damit kann in Wien für jedes zweite Kind unter drei Jahren ein Krippenplatz zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt Wien hat die EU-Vorgabe, bis 2010 für 33 Prozent der unter-3-jährigen Kinder einen Betreuungsplatz zur Verfügung zu stellen, bereits heute weit hinter sich gelassen.

Vollversorgung für Kindergarten-Kinder

Für 44.492 in Wien lebende 3-6-jährige Kinder stehen insgesamt 42.967 Plätze in städtischen und privaten Kindertagesheimen zur Verfügung. Dies entspricht einem Deckungsgrad von rund 96,57%.

In diesen Zahlen nicht berücksichtigt sind Tageseltern und Kindergruppen. Mit diesen - von der Stadt Wien ebenfalls geförderten - Tageseltern und Kindergruppen wird in der Altersgruppe der drei bis sechsjährigen Kinder praktisch eine Vollversorgung erreicht.

"Im Bereich der Kindergärten sind wir mit verschiedenen Modellen wie der verstärkten Förderung von Betriebskindergärten, dem Teilzeit-Modell, das ergänzend zur Halb- und Ganztagsbetreuung angeboten wird und sich als echter Renner erwiesen hat, und den Pilotkindergärten mit Öffnungszeiten bis 20.00 Uhr v.a. den Bedürfnissen berufstätiger Eltern entgegengekommen." so die zuständige Politikerin, Vizebürgermeisterin Grete Laska.

"Gerade die laufende Diskussion um Flexibilität in allen Bereichen, wie sie von der Wirtschaft gefordert wird, zeigt, dass von ArbeitnehmerInnen und Eltern Beweglichkeit gefordert wird, ohne Rücksicht auf die Auswirkungen auf Kinder und Familie." so Häupl. Kinderbetreuungseinrichtungen haben einen pädagogischen Auftrag -extreme Öffnungszeiten am Morgen und Abend sind nicht kindgereicht. In diesem Zusammenhang forderte der Wiener Bürgermeister Flexibilität der Arbeitgeber wie beispielsweise die Planung von Personaleinsatz nach Betreuungsaufgaben, ein Modell, das sich bereits international bewährt hat.

Nachmittagsbetreuung der Schulkinder gesichert

Auch für alle Wiener Schulkinder, die dies benötigen, steht Nachmittagsbetreuung in unterschiedlichen Formen (Ganztagsschule, Hort, Lernklub usw.) zur Verfügung.

Im Schuljahr 2003/04 werden 46 Volksschulen, 33 Hauptschulen und 12 Sonderschulen als Schulen mit ganztägiger Betreuung geführt. Die ganztägige Betreuung ist im Zusammenhang mit den übrigen bestehenden Formen, wie z. B. den Horten, zu sehen. Diese Horte sind in vielen Fällen auch in Schulgebäuden oder in der Nähe von Schulen untergebracht und bieten berufstätigen Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder außerhalb der Schulzeit tagsüber betreuen zu lassen. Darüber hinaus führt der Verein Wiener Kinder- und Jugendbetreuung im Auftrag der Stadt Wien an 17 Standorten Lern- und Freizeitklubs. Diese Lern-und Freizeitklubs wurden als Ergänzung zu den ganztägig geführten Schulen und den Horten installiert. Dabei wird Kindern pädagogische Betreuung sowohl beim Lernen und Hausaufgabemachen als auch im Freizeitbereich angeboten. (Schluss) eg

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