"Presse"-Kommentar: Asylanten und Milchmädchen (von Andreas Unterberger)

Ausgabe vom 26. August 2003

Wien (OTS) - Wenn die Caritas und Jörg Haider ins gleiche Horn blasen, dann wird es jedenfalls einmal interessant. Caritas & Co werben in Plakaten um Jobs für die Asylwerber. Der Kärntner Landeshauptmann will allen Asylwerbern "sinnvolle Tätigkeiten in gemeinnützigen Bereichen" zuführen.
Klingt logisch und sympathisch - jedenfalls besser, als wenn die Asylwerber etwa rund um U-Bahn-Stationen stehend und gehend auf ihren Asylbescheid warten. Was auch immer sie dort tun mögen. Es wäre auch ein guter Anreiz, dass nicht manche von ihnen etwa durch ständig wechselnde Angaben ihr Verfahren selbst in die Länge ziehen. Ansonsten verheddert sich Haider aber heillos. Denn er verlangt zweierlei gleichzeitig: dass es durch diese Tätigkeiten "zu keiner Konkurrenz für den inländischen Arbeitsmarkt kommt"; und dass dadurch gleichzeitig "die Gebietskörperschaften in einem nicht unerheblichen Ausmaß finanziell entlastet werden könnten".
Wie das? Entlastung kann es ja nur geben, wenn derzeit schon jemand diese Tätigkeit ausübt, die nun die Asylwerber übernehmen sollen. Und dieser muss naturgemäß aus dem Arbeitsmarkt kommen. Dieser Arbeitsmarkt darf aber, so Haider, durch die Asylwerber keine Konkurrenz erfahren.
Das alles verstehe einer außerhalb Klagenfurts.
Ansonsten lernen wir: Vorschläge, deren Realisierung nur Vorteile bringt, gibt es nur in der Politik. Und beim Milchmädchen.

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