Rauch-Kallat: Planung, Steuerung und Finanzierung bei Spitälern und Ärzt/innen aus einer Hand 2

Weitere Schwerpunkte der Gesundheitsreform sind Qualitätssicherung, neue Technologien und Gesundheitsförderung

Wien (OTS) - Im intra- und extramuralen Bereich haben sich durch
die Schnittstellenproblematik differente Interessenslagen entwickelt. Wie zum Beispiel die fehlende Nachbetreuung der Patient/innen nach der Entlassung aus dem Spital oder unwirtschaftliche Doppelgleisigkeiten. Durch die voneinander unabhängige Planung entstehe sowohl für die Patient/innen Unannehmlichkeiten, als auch dramatische finanzielle Reibungsverluste. "Der Schlüssel zur Problemlösung liegt bei der Überwindung der getrennten Planung, Steuerung und Finanzierung des intra- und extramuralen Bereichs. Zur Lösung dieser Problematik werden zur Zeit die organisatorischen und gesetzlichen Voraussetzungen zur Schaffung von Gesundheitsagenturen in neun Ländern und dem Bund erarbeitet. Die ÖVP-Gesundheitslandesräte/innen haben sich gestern am Rande des Forum Alpbach intensiv mit dieser Frage beschäftigt. Künftig sollen sich die Krankenversicherungen gemeinsam mit dem Land, den Gemeinden und dem Bund bei der Planung, Steuerung und Finanzierung des intra- und extramuralen Bereiches koordinieren müssen. Dabei geht es nicht um die Schaffung zusätzlicher Organisationsstrukturen, sondern um ein Steuerungsgremium aus den genannten Einrichtungen, das die derzeit bestehende Strukturkommissionen ersetzt", so Rauch-Kallat. Damit wird eine klare Trennung zwischen den Anbieter/innen von Gesundheitsleistungen und denen, die sie zu finanzieren haben, geschaffen. Ziel dieser Maßnahme sei die Umschichtung medizinischer Leistungen vom teuren stationären Bereich hin zum preiswerten und für die Patient/innen angenehmeren, ambulanten Versorgungsbereich. Auch die notwendige Umwidmung von teuren Akutbetten in kostengünstigere medizinische Pflegebetten wird nur dann funktionieren, wenn eine gemeinsame Organisation und Finanzierung stattfinde.

Ein weiterer Schwerpunkt des Reformpaketes sei die Qualitätssicherung im Gesundheitssystem. "Ein Qualitätssicherungsgesetz wird die Qualitätskriterien festschreiben, die ein Anbieter medizinischer Leistungen erfüllen muss, um in den Genuss einer Honorierung öffentlicher Mittel zu kommen. Dabei ist ausdrücklich festzuhalten, dass Fort- und Weiterbildungsziele für medizinische Berufe zur Qualitätsfeststellung herangezogen werden müssen", so die Gesundheitsministerin.
Auch der Einsatz neuer Technologien ist im Gesundheitswesen unabdingbar, dabei ist ein wichtiger Faktor, die vielfältigen Möglichkeiten der Telemedizin zu nutzen. Mit einem Telematikgesetz müssen bundesweit die Standards und Voraussetzungen der Datensicherheit für den Einsatz der Telemedizin, die Digitalisierung von Abläufen einer Behandlung und der Verwaltung der Patientendaten festgesetzt werden", sagte Rauch-Kallat. Eine interministerielle Arbeitsgruppe zwischen Wissenschafts- und Gesundheitsministerium ist bereits beauftragt, Inhalt und Zeitplan der notwendigen Maßnahmen zu erarbeiten.

Als letzten, aber sehr wesentlichen Schwerpunkt des Reformpakets, nannte die Gesundheitsministerin die Bildung einer Initiative für eine nationale Bewegung zur Gesundheitsförderung. Es gebe zwar ein breites Wissen in der Bevölkerung über gesunde Lebensweisen, der Gesundheitsministerin geht es aber darum, auch ein gesundheitsbewussteres Handeln in der Bevölkerung zu erreichen, indem zum Beispiel Anreize für die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen gesetzt werden. Abschließend kündigte die Gesundheitsministerin an, im Herbst auch einen Gesundheitsdialog mit der Bevölkerung zu beginnen. "Der Maßstab der Gesundheitsreform ist der Mensch. Das Gesundheitssystem mit allen seinen Einrichtungen ist dazu da, die Bedürfnisse der Menschen optimal zu erfüllen. Die Sicherstellung der Finanzierung für die Infrastruktur und den Betrieb eines gut funktionierenden Gesundheitswesens ist die Herausforderung für die Politik", sagte die Gesundheitsministerin abschließend.
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