FP-Landauer fordert sorgsameren Umgang mit Medikamenten

Gesundheitspass, Medikamentenpool in Wien, Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente, zweckgebundene Tabaksteuer

Wien, 2003-08-20 (fpd) – Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte heute die Gesundheitssprecherin der Wiener Freiheitlichen, Stadträtin Karin Landauer, ihre Vorschläge zu Reformen im Gesundheitsbereich. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Schaffung einer Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung für einen sorgsameren Umgang mit Medikamenten. Die Eigenverantwortlichkeit der Patienten müsse jedenfalls gestärkt werden. ****

Landauer forderte in diesem Zusammenhang die Einrichtung eines Medikamentenpools in Wien als Pilotprojekt. So sollen Patienten, die aus irgendwelchen Gründen – beispielsweise Unverträglichkeit – ein Medikament nicht vollständig aufbrauchen, motiviert werden, dieses in der Apotheke zurückzugeben. Im Gegenzug sollen die Patienten einen kleinen Bonus (etwa die Rückerstattung eines Drittels der Rezeptgebühr) erhalten. Die ungebrauchten Medikamente könnten dann wieder verwendet werden. "So könnte für Patienten ein Anreiz geschaffen werden, früher auf ein Medikament zu verzichten. Gesundheitsstadträtin Dr. Pittermann ist aufgefordert in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsstaatssekretär, der Ärztekammer, der Apothekerkammer sowie der Pharmazie bei einem runden Tisch Vorschläge zu erörtern. Die Freiheitlichen werden jedenfalls in der kommenden Sitzung des Wiener Gemeinderates einen diesbezüglichen Antrag einbringen", betonte Landauer. Die Wiener FP-Gesundheitssprecherin verwies vor diesem Hintergrund auf den Arzneimitteldialog in der Steiermark, der im Jahr 2002 Einsparungen von 18 Millionen Euro bewirkt habe.

Weiters solle der Mutter-Kind Pass zu einem Gesundheitspass für alle Bürger ausgeweitet werden. Ebenfalls als einjähriges Pilotprojekt für Wien kann sich Landauer vorstellen, dass in diesen alle Vorsorgeuntersuchungen eingetragen werden. Als Anreiz für die Bürger solle ein Bonus – beispielsweise die Erlassung des Krankenkassenbeitrages für einen Monat - geschaffen werden, ein Malus komme jedoch auf keinen Fall in Frage. "Auch diesbezüglich werden die Freiheitlichen im Herbst einen Antrag stellen, in dem wir die Stadträtin auffordern mit den verantwortlichen Stellen Initiativen zur Umsetzung dieses Projekts zu erarbeiten", kündigte Landauer an, die in diesem Zusammenhang den von Gesundheitsstaatssekretär Dr. Reinhart Waneck vorgeschlagenen Vorsorge-Katalog ausdrücklich begrüßte.

Die FP-Gesundheitssprecherin schloss sich auch der Waneck-Forderung nach einer Senkung des der Mehrwertsteuer von Medikamenten auf 10 Prozent an. Österreich sei mit den 20 Prozent EU-weit an 2. Stelle. Eine Senkung sei ein bedeutender Schritt.

Als unumgängliche Maßnahme bezeichnete Landauer die Zweckbindung der Mehreinnahmen der 2002 erhöhten Tabaksteuer für ein neues Gesundheitsvorsorgeprogramm. Auch die Erhöhung des Zigarettenpreises von 5 bis 10 Cent zu Finanzierung für gesundheitsfördernde Maßnahmen dürfe kein Tabu-Thema sein. "Auch zukünftig müssen bei gesundheitspolitischen Überlegungen die Patienten im Mittelpunkt stehen, um bei Bedarf bestmögliche Betreuung und Behandlung gewährleisten zu können", so Landauer abschließend. (Schluss) lb

Rückfragen & Kontakt:

FP-Wien/4000 81798

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW0002