Lunacek: Ermordung von Sergio Vieira de Mello ist unwiederbringlicher Verlust für UNO

Irak-Besatzungsmächte können versprochene Sicherheit nicht herstellen

Wien (OTS) Schockiert und bestürzt zeigte sich die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, über den Bombenanschlag auf das UNO-Hauptquartier in Bagdad sowie den gewaltvollen Tod von knapp 20 Personen, unter ihnen der UNO-Sonderbeauftragte im Irak Sergio Vieira de Mello.

"Dieses Attentat auf die Vertretung der Vereinten Nationen ist ein verheerender Rückschlag für den Wiederaufbau im Irak," verurteilte Lunacek den Anschlag aufs Schärfste. "Die verschiedenen Anschläge der letzten Zeit machen deutlich, dass es den Besatzungsmächten einfach nicht gelingen will, die versprochene Sicherheit wieder herzustellen."

"Vieira de Mello war ein UNO-Diplomat, der überall, wo er tätig war, auf die Menschen zuging und so das Vertrauen von vielen gewinnen konnte," so Lunacek. Die Wiedergewinnung der Souveränität des Irak war Vieira de Mellos oberstes Ziel. Erst vor kurzem hatte er die US-geführte Besetzung als "demütigend und traumatisch" kritisiert, betont die außenpolitische Sprecherin der Grünen. Sie habe Vieira de Mello erst im Mai in seiner Funktion als UNO-Hochkommissar für Menschenrechte in Wien kennen gelernt. "Seine Ermordung bedeutet einen unwiederbringlichen Verlust für die Vereinten Nationen und für all jene, die davon überzeugt sind, dass Konfliktprävention, "Peace Building" und die Einhaltung der Menschenrechte zentrale Elemente für die friedliche Zukunft der Menschheit sind," so Lunacek weiter.

Lunacek kritisierte erneut, dass die Vereinigten Staaten und ihre ‚Koalition der Willigen‘ nicht von Anfang an auf die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen gesetzt haben. "Sie sind ohne Beweise für den Vorwurf des Besitzes von Massenvernichtungswaffen in den Krieg gegen Saddam Hussein gegangen und hatten keinen nachhaltigen und umsetzbaren Plan für die ‚Zeit danach‘. "Nun müssen die Vereinten Nationen versuchen, die humanitären Folgen dieses Alleingangs zu mildern," so die außenpolitische Sprecherin der Grünen abschließend.

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