Widerstand gegen Verscherbelung der voestalpine

Aktion von Belegschaftsvertretung voestalpine, GMT OÖ und GPA OÖ

Wien (GMT/GPAOÖ/ÖGB). Betriebsräte und Gewerkschaften machten heute, Mittwoch, ihren Widerstand gegen die Privatisierungspläne der Bundesregierung für die voestalpine mit einer spektakulären Aktion deutlich sichtbar: Symbolisch für diejenigen Menschen, die von der schwarz-blauen voestalpine-Privatisierung betroffen sind, ließen sie heute Vormittag am Standort der voestalpine in Linz 10.000 Luftballons aufsteigen. "Unsere Arbeitsplätze dürfen sich nicht einfach in Luft auflösen, nur weil die Regierung stur an ihrem Privatisierungswahn festhält", sagte Helmut Oberchristl, Konzernbetriebsrat der voestalpine. ++++

Josef Kronister, Vorsitzender des Arbeiter-Betriebsrates, widersprach während der Aktion der Behauptung, dass der Staat prinzipiell ein schlechter Unternehmer sei, wie ständig behauptet werde: "Gerade die voestalpine beweist seit Jahren das genaue Gegenteil. Welche Logik steckt dahinter, ein gewinnbringendes Unternehmen zu verscherbeln? Verantwortungsvolle Industriepolitik ist angesagt!"

Betriebsräte und Gewerkschaften verlangten die grundsätzliche Abkehr der Regierung von ihrer Verkaufspolitik. "Wir geben uns auch nicht damit zufrieden, dass die ÖIAG-Anteile zur Gänze an private österreichische Kernaktionäre verkauft werden," sagt Fritz Sulzbacher, Vorsitzender des Angestellten Betriebsrates. "Private Eigentümer wollen einzig und allein ihre Gewinne vergrößern, sie verkaufen ihre Anteile normalerweise dann, wenn es sich für sie lohnt, denn sie verfolgen keine industrie-, standort- oder beschäftigungspolitischen Ziele. Von den Verkaufsplänen wären nicht nur die Beschäftigten der voestalpine betroffen, sondern ganze Familien und ganze Regionen. Tausende Arbeits- und Ausbildungsplätze in Zulieferbranchen und in Unternehmen wie Banken, Versicherungen bis zu Greißlern oder Trafikanten wären genauso gefährdet."

Betriebsräte und Gewerkschaften fordern: - ein Konzept, das den Fortbestand und die Weiterentwicklung einer starken heimischen Industrie ermöglicht; - die Beteiligungen des Staates an Unternehmen, die für so viele Menschen und Regionen enorm wichtig sind, müssen bleiben; - der Staat muss eine Sperrminorität von mindestens 25 Prozent plus einer Aktie behalten; - die ÖIAG, die von der Bundesregierung zu einer

"Privatisierungsgesellschaft" gemacht wurde, muss in eine Beteiligungsgesellschaft umgewandelt werden und Kernaktionär bleiben; - die Regierung muss wirtschaftspolitische Verantwortung zeigen und an den Beteiligungen des Staates festhalten und dadurch auf jährliche, fixe Steuereinnahmen nicht verzichten;

  • die Beteiligung der MitarbeiterInnen an der voestalpine muss auf über 10 Prozent aufgestockt werden;
  • 9 Prozent Anteile an der voestalpine können an die Mitarbeiterbeteiligung und an die Länder verkauft werden;

"Mit der heutigen Aktion tragen wir unseren Widerstand symbolisch aus der voestalpine hinaus, denn nicht nur wir hier am Werksgelände sind betroffen, sondern die ganze Region," sagte Helmut Oberchristl. "An den Luftballons hängen Informationen, zu denen auch ein Gewinnspiel gehört. 50 Menschen haben dadurch die Möglichkeit, sich das Unternehmen, das jetzt verscherbelt werden soll, im Rahmen einer Führung ganz aus der Nähe anzusehen."

Weitere Informationen auch unter www.metaller.at, www.gpa.at und www.oegb.at

ÖGB, 20. August 2003
Nr. 685

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