Klimabündnis warnt! Anzahl der heißen Tage hat sich erhöht - Hitze und Unwetter lassen Landwirte um die Ernte zittern!

Klimabündnis Österreich Geschäftsführer Wolfgang Mehl: "Wenn Klimaschutz nicht ernst genommen wird, überrollen uns die Kosten!"

Wien (OTS) - Seit über 10 Jahren mahnt das Klimabündnis Bund, Länder und Gemeinden zu umfassendem Klimaschutz. 491 österreichischen Klimabündnisgemeinden versuchen stetig in ihrem Umfeld vorbildliche Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Diese positiven Entwicklungen werden jedoch durch bis dato kaum umgesetzte Klimastrategien auf internationaler und nationaler Ebene untergraben. Österreich entfernt sich zusehends von den laut Kyoto-Protokoll beschlossenen und verbindlichen Reduktionszielen an Treibhausgasen (minus 13 Prozent bis 2008/2012.

Es sei dahingestellt, ob jede Hitzewelle gleich dem Klimawandel zuzuschreiben ist. Tatsache ist jedoch, dass die Anzahl der heißen Tage über 30 Grad Celsius gestiegen ist. Dies lässt in Kombination mit dem ausbleibenden Regen und anschließend heftigen Unwettern für das Jahr 2003 dramatische Einbußen bei der Landwirtschaft erwarten. Nach Aufzeichnungen des Klimatologen Helmut Derka von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik hielten sich die Hitzetage vor sechs, sieben Jahren noch in Grenzen.1996 gab es in Wien sechs, 1997 drei Tage über 30 Grad, 1998 waren es schon 20 Tage und 2000 wurden 26 Tage verzeichnet

Steigerung der Mittelwerte von 1,8 Grad

Als Grund dafür sieht Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb von der Universität für Bodenkultur den generellen Temperaturanstieg: "In den vergangenen 150 Jahren gab es in Österreich eine Steigerung der Mittelwerte von 1,8 Grad. Das zu leugnen wäre Unsinn".

Heuer Extrembelastungen für die Alpengletscher

Der schneearme Winter und die frühsommerlichen Extremtemperaturen haben den Gletschern zugesetzt. 2003 könnte ein "Katastrophenjahr" für die Alpengletscher werden.

Seit mehr als 40 Jahren beobachtet Heinz Slupetzky vom Institut für Geographie der Universität Salzburg die Längen- und Massenänderungen seiner "Hausgletscher" im Nationalpark Hohe Tauern. Im Alpinzentrum Rudolfshütte ist die Gletscher- und Hochgebirgsforschungsstelle der Universität Salzburg untergebracht. "Der Winterschnee auf den Gletschern ist in der Hitze des Frühsommers rasch geschmolzen", sagt Heinz Slupetzky. Die Nullgradgrenze liegt immer wieder bei 4000 Meter oder sogar darüber -Schnee und Eis schmelzen Tag und Nacht.

"Die vergangenen zwei Jahrzehnte mit heißen Sommern und relativ wenig Winterniederschlag haben den Alpengletschern große Verluste gebracht: Wenn die Klimaerwärmung in diesem Tempo weitergeht, ist z.B. das Sonnblickkees in 80 Jahren verschwunden". Das Stubacher Sonnblickkees in den Hohen Tauern hat seit 1982 22 Millionen Kubikmeter verloren - das ist ein Fünftel seiner Gesamtmasse.

Wenn Klimaschutz nicht ernst genommen wird, überrollen uns die Kosten

Klimaschutz ist schon lange nicht nur Sache engagierter Umweltschützer sondern betrifft unsere gesamte Volkswirtschaft. Wolfgang Mehl von Klimabündnis Österreich: "Die Kosten der Klimaveränderung könnten ein Vielfaches des Aufwandes für rechtzeitige Klimaschutz-Maßnahmen ausmachen."

Rückfragen & Kontakt:

Klimabündnis Österreich
A-1060, Mariahilfer Straße 89/24
01/5815881,
www.klimabuendnis.at,
office@klimabuendnis.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0001