Bauarbeiter verlangen Ende der Hitzeschlacht!

GBH-Driemer: Die politisch Verantwortlichen müssen endlich handeln!

Wien (GBH/ÖGB). Die lang andauernde extreme Hitzewelle in diesem Jahr brachte Schlagzeilen für die Zeitungen: von Strategien gegen die Hitze bis zur durch die Stadt Wien erfolgten Verlegung der Fiakerstandplätze weg aus der prallen Sonne. Die Hitzewelle brachte auch bisher 42 Tage mit Überschreitungen der Ozon-Informationsschwelle, dreimal wurde gar die Alarmschwelle überschritten. "Für die Bauarbeiter, die jetzt `auf Hochtouren´ arbeiten müssen, stellen diese Wetterverhältnisse eine schwere zusätzliche Belastung und Gesundheitsgefährdung dar - und sie können nicht einfach in den Schatten gehen!", erinnert der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer, "Herr Minister Bartenstein und Frau Minister Rauch-Kallat, machen Sie positive Schlagzeilen, indem Sie die Bauarbeiter endlich aus dieser Hitzeschlacht befreien!" ++++

Bauarbeiter, und hier gerade jene, die jetzt im Straßenbau tätig sind, sind bei dieser Witterung durch ihre dauernde Arbeit im Freien und im bodennahen Bereich wie auch die Arbeiternehmer im Hochbau- und Fassadenbereich einer beträchtlichen Gefährdung durch UV-Strahlen und Ozon ausgesetzt. Ein Bauarbeiter hat in diesem Jahr die Hitzeschlacht nicht überlebt: Er starb an einem Hitzschlag.

Driemer: "Bauarbeiter können die bei Ozon-Gefahr empfohlenen Maßnahmen nicht ausführen, weil sie gerade im Sommer unter größten Belastungen mit zahlreichen Überstunden dafür sorgen müssen, dass Straßenbaustellen möglichst rasch fertig werden, dass Wohnungen bezugsfertig und öffentliche Bauten rechtzeitig benutzbar werden. Der Zeitdruck ist gerade in den heißesten Monaten enorm. Wenn dann auch noch wochenlang in Gluthitze und mit Ozonbelastung gearbeitet werden muss, dann haut das sprichwörtlich auch den stärksten Bauarbeiter um!"

Sogar die Wiener Freiheitlichen haben diese enorme Gefährdung erkannt und Bundesminister Bartenstein aufgefordert, endlich etwas für die Bauarbeiter, die bei Ozonbelastung im Freien arbeiten, zu tun. Driemer: "Die Lösung ist für die politisch Verantwortlichen einfach: Schon seit langem fordert die Gewerkschaft Bau-Holz, die Gesundheitsgefährdung durch Ozon endlich in die Regelung des Bauarbeiterschlechtwetterentschädigungsgesetzes einzubeziehen. Das würde ein Einstellen der Arbeit bei einer entsprechenden Ozonbelastung bedeuten. Ein entsprechender Gesetzesentwurf der Gewerkschaft Bau-Holz liegt bereits seit 1996 vor. Es fehlt nur wie so oft an der Umsetzung."

Driemer abschließend: "Die Bauarbeiter sind durch die Ozonbelastung am meisten gefährdet, denn kaum jemand sonst muss bei Temperaturen weit jenseits der 30 Grad im Schatten solch anstrengende Tätigkeiten im Freien ausüben wie sie. Ich lade die politisch verantwortlichen Bundesminister Bartenstein und Rauch-Kallat ein, einmal bei solchen Temperaturen bei Asphaltierarbeiten oder Straßenbauarbeiten neben fließendem Verkehr dabei zu sein. Vielleicht erkennen sie dann endlich, wie dringend notwendig rasche Maßnahmen für die Bauarbeiter sind. Es kann doch nicht sein, dass Sie in den politischen Dauerurlaub abtauchen und die Zeiten höchster Ozonbelastungen ohne Maßnahmen zu setzen einfach `aussitzen´. Die Bauarbeiter erwarten, dass etwas für sie getan wird!"

ÖGB, 20. August 2003
Nr. 682

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