KfV appelliert an Eltern: Schulweg muss geübt werden!

In zwei Wochen ist es wieder soweit: Schulbeginn steht vor der Tür. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Eltern bereits jetzt gemeinsam mit ihren Kindern den Schulweg üben!

Wien (OTS) - In ein paar Wochen ist es wieder soweit - mit der Einschulung beginnt für 95.000 Erstklassler der Ernst des Lebens. Wie ernst dies tatsächlich werden kann, belegt die Unfallstatistik des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): 521 Kinder verunglückten im Vorjahr am Schulweg, drei davon tödlich.
"Eine der Ursachen für Schulwegunfälle ist, dass sowohl Eltern als auch Kfz-Lenker die Fähigkeiten von Kindern überschätzen. Unbewusst wird erwartet, dass sie sich im Straßenverkehr wie kleine Erwachsene verhalten, was natürlich aufgrund ihrer Entwicklung nicht möglich ist", weiß Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV. Nicht umsonst sind Kinder aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen, denn sie reagieren spontan und sind leicht ablenkbar. Ihre Wahrnehmung ist eingeschränkt, sie verfügen über noch kein realistisches Gespür für Gefahren. Sie können Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen und nach einem anstrengenden Schultag sinkt ihre Konzentrationsfähigkeit.
Neben baulichen und verkehrsregelnden Maßnahmen ist eine rechtzeitige Verkehrserziehung unerlässlich. Hier sind die Eltern gefordert:

Route zur Schule planen und üben
Eltern sollen von der konkreten Situation vor Ort ausgehen und genau prüfen, welcher Weg der sicherste ist. Gemeinsam mit den Kindern sollte dieser Weg nun intensiv trainiert werden. Schulweg morgens und mittags abgehen, damit die gleichen Verkehrsbedingungen vorliegen. Ungeeignet sind Wochenenden, an denen das Geschehen auf der Straße kaum mit einem Arbeitstag vergleichbar ist. Als Faustregel gilt:
einen leichten, kurzen Weg mindestens drei- bis viermal, einen langen schwierigen Weg mindestens an 10 verschiedenen Tagen abgehen. Der festgelegte Weg sollte für das Kind verbindlich sein.

Richtig Überqueren
Großes Gefahrenpotential birgt das Überqueren der Fahrbahn. Eltern sollten einen möglichst sicheren Übergang suchen - selbst wenn ein Umweg eingeplant werden muss. An unübersichtlichen Stellen, ungeregelten Kreuzungen, zwischen parkenden Fahrzeugen und Sträuchern, vor Kurven oder Kuppen sollten Kinder nicht überqueren. Ideal sind Übergänge mit Ampelregelung, Mittelinsel sowie Sicherung durch die Exekutive oder Schülerlotsen. Bei Fußgängerampeln gilt:
Grün allein reicht nicht: Immer nach beiden Seiten schauen und auf Abbieger achten. Druckknopfampeln haben lange Wartezeiten, Kinder können nur schwer über längere Zeit still stehen - hier den Kindern vor Augen führen, dass die Ampeln mit Zeitverzögerung arbeiten und tatsächlich funktionieren.

Vorsicht am Zebrastreifen
Der Zebrastreifen wird in seiner Schutzwirkung von Eltern oft überschätzt, warnt Thann: "Trotz gesetzlicher Verpflichtung halten viele Fahrzeuglenker nicht an, und es kommt zu fatalen Unfällen". Zwei Verkehrsspuren verwirren die Kinder zusätzlich. Dazu kommt, dass in den Städten Zebrasteifen oft verparkt sind und Kinder somit den Verkehr kaum wahrnehmen können. Leider können sich gerade am Zebrastreifen die Kleinen nicht auf die Großen verlassen. Hier muss mit den Kindern intensiv geübt werden: Wichtig ist: erst losgehen, wenn die Fahrbahn frei ist oder alle Fahrzeuge angehalten haben.

Kinder gemeinsam unterwegs
Vor allem sollten Eltern ein paar Wochen nach Schulbeginn darauf achten, wie sich ihr Kind in Gruppen mit Gleichaltrigen verhält, in dem sie es von Zeit zu Zeit (unbemerkt) beobachten. Hält sich das Kind an das Abgesprochene oder ist es so abgelenkt, dass es nicht mehr auf den Verkehr achtet? Geht es mit den Freunden einen anderen Weg und nicht den mit den Eltern festgelegten? Hier können Erwachsene rechtzeitig regelnd eingreifen und Besprochenes und Geübtes eventuell wiederholen.

Nur in Ausnahmefällen mit dem Pkw zur Schule
Um ihre Kinder zu "schützen", bringen immer mehr Eltern diese mit dem Pkw zur Schule. Doch das ist ein trügerischer Schutz. Einerseits erhöhen sie damit das Verkehrsaufkommen in der Schulumgebung und gefährden somit andere Kinder. Anderseits verlernen Kinder, die regelmäßig mit dem Pkw zur Schule gebracht und abgeholt werden, mit den Gefahren des Straßenverkehrs umzugehen. Ziel ist es, eine sichere und selbständige Verkehrsteilnahme von Kindern zu erreichen. Und das gelingt am besten: mit aktivem Verkehrstraining.

Tipps zum richtigen Üben - ob zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln - bietet die Broschüre "Mein Schulweg", die kostenlos beim KfV unter der Telefonnummer 01/71770-211 erhältlich ist.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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Mag. Alexandra Ludvik
Tel.: (01) 717 70 - 225
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