Alpbach: Lebhafte Diskussion über das europäische Sozialmodell

Eine international besetzte Diskussionsrunde beleuchtet das europäische Sozialmodell aus verschiedenen Perspektiven Wien (OTS) - Am ersten Tag der Alpbacher Reformgespräche wurde das Thema "Rethinking the Welfare State? - Überdenken des Wohlfahrtstaats?" diskutiert. Die ehemalige schwedische Staatssekretärin Anna Ekström, Präsidentin der "Swedish Confederation of Professional Associations", bezog bei ihren Ausführungen einige bemerkenswerte Positionen. "Gesunde öffentliche Finanzen sind geradezu eine Voraussetzung für funktionierende Sozialsysteme", konstatierte die Expertin. Eine Aussage, der ihre Diskussionspartner inhaltlich voll beipflichteten. Weiters stellte sie fest, dass Jobs nie durch das Aufkommen neuer Technologien gefährdet seien, sondern im Gegenteil: Das Beharren auf veralteten Technologien sei ein großes Problem auf dem Arbeitsmarkt. "Wirtschaftswachstum ist der beste Weg, Sozialsysteme abzusichern und Bildung die Basis für soziale Mobilität und Innovation", so Ekström.

Der britische Journalist Mathew Bishop ("The Economist") forderte ein Überdenken des Generationenvertrages: "Es wird einen neuen Deal zwischen der ´Baby-Boom´ und der ´Post-Baby-Boom-Generation´ geben müssen. Die junge Generation kann nicht all die Versprechen einlösen, die den Pensionisten gemacht wurden."

Alice M. Rivlin, Direktorin der "Brooking Institution Washington", sagte in ihrem Vortrag, dass es für sie unvorstellbar wäre, mit 55 in Pension zu gehen. In den USA werde stärker darauf geachtet, älteren Arbeitnehmern einen Anreiz zu bieten, sich selbst zu helfen. Arbeitslosigkeit sei in den USA zwar eine schmerzvollere Erfahrung als in Europa, aber dafür werde mehr Energie in einen raschen Wiedereinstieg investiert. Obwohl die Arbeitslosenrate in den USA niedriger und der Anteil der "Älteren" in der amerikanischen Bevölkerung kleiner sei, spiele auch in den USA die Diskussion um die Kosten der Altersvorsorge eine wachsende Rolle. "Wenn die Menschen länger arbeiten sollen, dann werden wir aber auch neue Arbeiten für Ältere brauchen", stellte Rivlin abschließend fest.

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