Neue Gesundenuntersuchung im Jahr 2004

Hauptverband begrüßt Vorstoß von Staatssekretär Reinhart Waneck

Wien (OTS) - Auf Zustimmung seitens des Hauptverbandes stößt der Vorschlag von Gesundheitsstaatssekrtär Reinhart Waneck, die Gesundenuntersuchungen für die Versicherten zu reformieren und den neuesten Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft anzupassen. "Unser Ziel ist es", so der Sprecher der Geschäftsführung im Hauptverband der
österreichischen Sozialversicherungsträger, Josef Kandlhofer, "Volkskrankheiten wie etwa Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Darmkrebs, Gebärmutter- und Brustkrebs sowie erhöhte Blutzuckerwerte zu erkennen und wenn möglich zu verhindern helfen und damit einen Gesundheitsgewinn für die Gesamtbevölkerung zu erreichen."
Die bisherige Vorsorgeuntersuchung wird seit Jahresanfang 2003 im Rahmen eines großangelegten Projektes einer kritischen Prüfung unterzogen. Die neue Vorsorgeuntersuchung wird sich erstmals an Vorsorgezielen und nicht nur an Untersuchungen orientieren. Unter Einbeziehung der renommiertesten internationalen wissenschaftlichen Erkenntnisse wird das neue Programm erstellt. Es werden nur jene Untersuchungen und Verfahren aufgenommen, die für den Österreicher einen nachweislichen Gesundheitsnutzen erwarten lassen. Die rechtzeitige Einbeziehung der österreichischen Ärztekammer garantiert, dass sich das neue Programm an der österreichischen Wirklichkeit und Praxis orientieren wird.
Kandlhofer: "Für jeden Untersuchten soll am Ende einer Vorsorgeuntersuchung ein Risikoprofil erstellt werden. Mit dessen Hilfe und der Zuordnung zu einer Risikoklasse (z.B. familiäre Belastungen, ungesunder Lebensstil) soll das Bewusstsein für die Eigenverantwortung gestärkt werden". Personen mit einem erhöhten Risiko bekommen durch den Arzt eine differenzierte Beratung mit dem Schwerpunkt Lebensstiländerung.
Ein sogenanntes Screeningprogramm wie die neue Vorsorgeuntersuchung ist aber nur dann sinnvoll, wenn ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung erfasst wird. Daher ist es unbedingt erforderlich, adäquate Strategien zur Erreichung der höchstmöglichen Abdeckung der Bevölkerung zu entwickeln. Kandlhofer: "Einladungs- und Recallsysteme werden in diesem Zusammenhang sinnvoll zum Einsatz kommen".
Ein Beispiel für ein Screeningprogramm mit hoher Abdeckung ist etwa das erfolgreiche Screening zur Verhinderung von Gebärmutterhalskrebes mittels Gebärmutterhalsabstrich, welches derzeit bereits an 80% der weiblichen Bevölkerung durchgeführt wird.
Der Hauptverband will mit dem neuen Vorsorgeuntersuchungsprogramm langfristig etwa 60% der Bevölkerung abdecken. Kandlhofer: "Da das neue Sceeningprogramm auf die wesentlichen Gesundheitsprobleme in Österreich fokusiert ist, wird es einfacher und durch die dadurch bedingte höhere Akzeptanz in der Bevölkerung höchst wahrscheinlich verstärkt in Anspruch genommen.
Derzeit nehmen das Vorsorgeuntersuchungsprogramm nur 850.000 Personen oder 13,6 Prozent der Versicherten in Anspruch. Und dies trotz der Tatsache, so Kandlhofer abschließend, daß die Kosten einer solchen Vorsorgeuntersuchung zur Gänze von den Krankenversicherungsträgern bezahlt werden.

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