Kritik der SJÖ an den Aktionen von "Jugend für das Leben"

Wien (SK) Die Organisation "Jugend für das Leben", eine Quasi-Jugendorganisation der radikalen AbtreibungsgegnerInnenorganisation "Pro Life" veranstaltet von 18. bis 30.8. eine "City - Life" Tournee von Linz bis nach Wien, um "an neun Tagen in neun Städten Österreichs das Evangelium des Lebens zu verkünden". Dabei wollen sie mit Überzeugung und Freude für den Schutz des Menschen von einem Ende des Lebens zum anderen eintreten -von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. "Sie treten gegen das schwer erkämpfte Recht auf Selbstbestimmung von Frauen ein, und verurteilen alle Frauen, die sich ihrer Gebärfähigkeit nicht unterwerfen wollen", so SJÖ-Vorsitzender Andreas Kollross Montag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Seit längerem stehen die militanten "LebensschützerInnen" von "Pro Life" und ihre Schwesterorganisationen vor den beiden Wiener Abtreibungskliniken. Die Liegenschaft der Lucina-Klinik (vormals Mairo) hätten sie bereits aufgekauft und versuchten mit allen Mitteln, die Mieterin hinauszuschmeißen.

Außerdem würden sie vorbeigehende Frauen belästigen, Plastikembryos (die mit realen Darstellungen nichts zu tun haben) verteilen und Frauen, die in die Kliniken gehen, als "Mörderinnen" beschimpfen. In ihrem "fanatischen Wahn des Schutzes menschlichen Lebens" schreckten sie auch vor anderen Methoden des Psychoterrors nicht zurück:
Morddrohungen an Ärztinnen und Mitarbeiterinnen der Kliniken, Abhören der Telefone und Belügen der hilfesuchenden Frauen seien deren Mittel.

Stefanie Vasold, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ) sieht in einem Abtreibungsverbot keine Problemlösung - ganz im Gegenteil: "Es werden immer Frauen ungewollt schwanger werden. Diese werden durch ein Verbot in die Illegalität getrieben, wo das Risiko an Folgewirkungen unprofessioneller Abtreibungen zu leiden oder zu sterben, ungleich größer ist."Frausein bedeutet im Gegensatz zum Mannsein, schwanger werden zu können. Menschsein muss für die Frau bedeuten, es nicht werden zu müssen. Erst die freie Abtreibung macht auch das Kinderkriegen frei", so Vasold weiter.

Andreas Kollross sieht in Abtreibung weder Notlösung noch Tötung:
"Abtreibung ist ein Frauenrecht, das sich aus der Freiheit ableitet, Zeitpunkt und Zahl der Kinder eigenverantwortlich zu bestimmen. Dazu gehört auch das Recht, sich bewusst für Kinderlosigkeit zu entscheiden."

Deswegen ruft die Sozialistische Jugend zum Kampf gegen diese menschverachtende Art der Bevormundung auf. Es sind bereits Protestaktionen in Linz, Gmunden, Wels, Innsbruck, Mariazell, St. Pölten und Wien geplant, so dass die "fanatischen AbtreibungsgegnerInnen" bei jedem Stopp ihrer Tour auf Widerstand stoßen werden. (Schluss)

Rückfragehinweis: SJÖ, Wolfdietrich Hansen, 01 523 41 23 oder 0699 19 15 48 04, http://www.sjoe.at

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