Pannenstreifen freihalten!

Egal ob in der Stadt, im Freiland, oder auf Autobahnen - Einsatzfahrzeuge haben immer Vorrang! Verkehrsteilnehmer sollten den Pannenstreifen dementsprechend freihalten.

Wien (OTS) - Einsatzfahrzeuge haben immer Vorrang
Eine der wichtigsten Vorrangregeln ist die Einsatzfahrzeugregel. Sie besagt, dass Einsatzfahrzeuge immer Vorrang haben, vorausgesetzt sie fahren mit eingeschaltetem Blaulicht und/oder Folgetonhorn. Einsatzfahrzeuge sind nicht an Verkehrsverbote und Verkehrsbeschränkungen gebunden, wobei sie allerdings darauf achten müssen keine Personen zu gefährden und auch keine Sachschäden anzurichten.

Nicht nur ein Autofahrer ist bisher auf die "glorreiche Idee" gekommen, den Pannenstreifen als Möglichkeit des rascheren Vorwärtskommens zu nutzen und so einer Blechkolonne zu entfliehen. Eine derartige Aktion kann aber Menschenleben fordern, weil ein lebensrettender Einsatz behindert wird.

Wozu dient der Pannenstreifen?
Der Pannenstreifen dient nicht nur als Anhaltefläche bei Autopannen, sondern auch als schnelle Zufahrtmöglichkeit für Einsatzfahrzeuge im Falle eines Unfalls.

Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), erinnert Verkehrsteilnehmer daran, auf Autobahnen nicht am Pannenstreifen zu fahren: "Einige Verkehrsteilnehmer halten sich in Stausituationen für besonders schlau, indem sie den Pannenstreifen benutzen. Doch dieser ist nur für Einsatzfahrzeuge gedacht - das sollte niemals außer Acht gelassen werden!"

Was tun ohne Pannenstreifen?
Leider verfügen nicht alle Autobahnen durchgehend über Pannenstreifen. Wer nach einem Unfall mit seinem Fahrzeug nicht auf den Pannenstreifen ausweichen kann, muss auf der Fahrbahn stehen bleiben. Alle nachfolgenden Fahrzeuge hinter ihm teilen das gleiche Schicksal und es kommt zu kilometerlangen Staus. Eintreffende Einsatzfahrzeuge haben ihre liebe Not um den Unfallort zu erreichen und können somit keine erforderliche rasche Erste Hilfe leisten.

Neue Regelung für Autobahnen?
Wie vergangene Woche in den Medien berichtet, will Verkehrsminister Gorbach die Idee einer Rettungsgasse weiter verfolgen. Ziel dabei ist es, bei Staubildung nach einem Verkehrsunfall eine Spurgasse (Kfz-Lenker fahren vor der Unfallstelle nach links und rechts zur Seite) zu bilden, um herannahenden Einsatzfahrzeugen ein schnelleres Erreichen der Unfallstelle zu ermöglichen.

"Das KfV unterstützt den Vorschlag von Minister Gorbach einer rechtlichen Fixierung des Spurgassen-Systems. Verletzte könnten somit oft rascher Erste Hilfe in Anspruch nehmen. Unsere deutschen Nachbarn agieren als Vorzeigeland, dort existiert bereits eine Spurgassen-Regelung", so Thann.

17 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 12 am Wochenende
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 8 Pkw-Insassen (davon 4 Lenker), 5 Motorrad-Lenker, 3 Radfahrer und 1 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (7), Vorrangverletzung (2), Unachtsamkeit (3), Übermüdung (1), Überholen (1) und Fehlverhalten Fußgänger (1) festgestellt werden. 3 Radfahrer kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 4 der 15 Unfälle waren Alleinunfälle. 1 tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet.
Vom 1. Jänner bis zum 17. August dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 568 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Juni), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 568 Menschen tödlich.

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