"Ein glücklicher Tag": ORF-Dreharbeiten mit Grande Dame Susi Nicoletti in Linz

Österreichisch-ostdeutsche Liebesgeschichte zwischen Eva Herzig und Sylvester Groth

Wien (OTS) - Seit 1934 ist sie Schauspielerin, kurz vor ihrem 85. Geburtstag (am 3. September 2003) steht sie wieder einmal vor der ORF-Kamera: In der ORF/NDR-Koproduktion "Ein glücklicher Tag" hat Susi Nicoletti, die Grande Dame des österreichischen Theaters und Fernsehfilms, drei Drehtage in Linz. In der Rolle einer strengen, aber herzensguten Erbtante redet sie Hauptdarstellerin und Filmnichte Eva Herzig gehörig ins Gewissen. Für Drehbuch und Regie bei dieser dramatischen Liebesgeschichte zwischen einer Österreicherin (Eva Herzig) und einem Ostdeutschen (Sylvester Groth), die vor und nach dem Mauerfall spielt, zeichnet der 1930 in Wien geborene und in Berlin lebende Autor, Theaterregisseur und Schauspieler Paul Hengge verantwortlich. Über "die Nicoletti" sagt er: "Sie ist eine meiner ältesten Freundinnen im Beruf. Ich kenne sie seit 40 Jahren. Sie hat ein unglaublich schönes und ausdrucksvolles Gesicht." An der Seite der großen Actrice spielen neben der Steirerin Eva Herzig ("Die Pferdefrau") und ihrem deutschen Partner Sylvester Groth (zuletzt im ORF als Profiler in "BBA - Der Briefbomber" zu sehen) außerdem Josefstadt-Star Herbert Föttinger und Mercedes Echerer.

"Den Wert des Lebens festlegen"

Paul Hengge, der Romane wie "Der Rosengarten" (auch Koautor der Verfilmung mit Liv Ullmann, Peter Fonda und Maximilian Schell) oder Drehbücher wie "Das Urteil" (ausgezeichnet mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Goldenen Löwen) schrieb, über sein jüngstes Projekt: "Ich habe diese Geschichte geschrieben, weil in unserer Zeit alles von einer publicity-hungrigen Schicht entstellt wird. Es zählt nur mehr Sex. Dass eine echte Beziehung auch über Krisen hinweggeht, das verliert sich langsam. Theater, Fernsehen und Kunst müssten aber den Wert des Lebens festlegen." Hengge gibt damit übrigens sein Filmregiedebüt. Für Kammerschauspielerin Susi Nicoletti war das Mitwirken bei "Ein glücklicher Tag" ein Muss: "Ich bin seit vier Jahrzehnten mit Paul Hengge befreundet. Er ist ein so wunderbarer Schriftsteller und wenn er was schreibt, interessiert es mich immer."
Hauptdarsteller Sylvester Groth "gefällt die Geschichte sehr gut. Es ist eine Liebesgeschichte, die uns allen einmal im Leben passiert. Eine Liebe, die bewahrt wird und in Erinnerung bleibt. Die unerfüllte Liebe hat den größten Reiz und den größten Wert. Die beiden Protagonisten merken aber, sobald sie sich näher kommen, dass die Liebe nicht lebbar wird."
Für seine Partnerin Eva Herzig hatte die Rolle der Eva, die mehr als zehn Jahre umfasst, einen ganz besonderen Reiz: "Die Entwicklung ist sehr spannend: Angefangen von der jungen Frau, die an die Liebe glaubt und ins Leben hineinstolpert und sich dann zum Beispiel durch erlebte Verletzungen weiter entwickelt. Sie gibt den Glauben an die Liebe aber nicht auf. Es ist eine starke Frau, ein sehr positiver Charakter."

Eine Liebe vor und nach dem Berliner Mauerfall - Der Filminhalt

In Linz beginnt's: Als im Jahr 1985 beim Bruckner-Fest ausgerechnet die beiden die letzte Karte für das Konzert am Tag der Klangwolke ergattern wollen, trifft sie Amors Pfeil mitten ins Herz. Doch die aufkeimende Liebe der jungen Österreicherin Eva (Eva Herzig) und des begabten Mathematik-Studenten George aus der DDR (Sylvester Groth) steht unter keinem guten Stern. Denn George, dessen Sondergenehmigung ausläuft, muss wieder nach Ostberlin zurück. Trotz Widerstands ihrer Tante Adele (Susi Nicoletti) gelingt es Eva, ihr Studium in Westberlin durchzusetzen, nur um George nahe zu sein. Als Ausländerin kann sie zwar so oft sie will nach Ostberlin fahren, aber bis Mitternacht muss sie die Hauptstadt der DDR wieder verlassen haben. Trotzdem erleben Eva und Georg in einer Schrebergartenhütte glückliche Tage. Ihre Liebe zerbricht auch nicht als die gemeinsame Zukunft hoffnungslos erscheint, weil Eva nicht mehr in die DDR einreisen darf. Als dann 1989 die Berliner Mauer fällt, scheint ihrem Glück nichts mehr im Wege zu stehen. Doch die politische Wende bringt auch eine unerfreuliche Wendung in Evas und Georges Beziehung.

Dreharbeiten bis Mitte September, ORF-Sendung 2004

Noch bis morgen, Dienstag, 19. August 2003, wird in der oberösterreichischen Landeshauptstadt - unter anderem auf dem Schloss Achleiten, im Brucknerhaus und auf dem Pöstlingberg - gedreht, dann zieht das Filmteam nach Berlin, wo auch der Großteil der Handlung von "Ein glücklicher Tag" spielt. Der ORF wird den Film - eine Koproduktion mit dem NDR und der Berliner Ziegler Film, gefördert durch Mittel der nordmedia und des Landes Oberösterreich -voraussichtlich 2004 ausstrahlen. Anlässlich des 85. Geburtstages von Susi Nicoletti setzt der ORF einen Programmschwerpunkt und zeigt neben einem Künstlerporträt mit dem Titel "Susi Nicoletti - Mit Ernst unernst" am Sonntag, dem 7. September, um 10.00 Uhr in ORF 2, auch eine Reihe von Filmen mit der beliebten Wiener Schauspielerin, unter anderem: "Die Rodel vom Schwarzwald" am Sonntag, dem 31. August, um 15.10 Uhr in ORF 2.

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