NÖ Ärztekammer fordert Transparenz und Kontrolle von ärztlichen Leistungen durch e-card

Wien (OTS) - "Wir Ärzte haben nichts zu verheimlichen! Im Gegenteil: Wir wollen Transparenz und Offenheit über sämtliche medizinischen Leistungen, die durch uns erbracht werden. Jeder Patient soll auch die Möglichkeit haben, alle Leistungen des Arztes zu kontrollieren, die dieser erbringt!" so die Reaktion von Dr. Lothar Fiedler, Präsident der NÖ Ärztekammer auf die Forderungen der Krankenkassen in der ZiB 2 vom 13.08. nach verstärkter Kontrolle der Kassenärzte und leichterer Kündbarkeit von Kassenverträgen.

Kontrollen, wie sie von den Gebietskrankenkassen durchgeführt werden, erfolgen meist 4-6 Monate nach dem Patientenbesuch (wo deren Erinnerung verständlicherweise mangelhaft ist) und oft suggestiv -somit für die Ärzteschaft höchst unbefriedigend.

Betrügerische Fehlverrechnungen kommen leider vor, sie sind aber Gott sei Dank sehr selten. Irrtümliche Fehler passieren bei dieser Datenflut von beiden Seiten. Der Präsident der NÖ Ärztekammer weist aber auch darauf hin, dass Fehlverrechnungen keineswegs nur "zugunsten" von Ärzten passieren: "Viele Ärzte vergessen auf Grund des Stresses in der Alltagsarbeit erbrachte Leistungen auch einzutragen - und stellen sie den Krankenkassen somit auch nicht in Rechnung. Weiters sind viele Leistungen mit Limits versehen, sodass solche (über einem Limit) wohl erbracht wurden, von den Kassen aber nicht honoriert werden. Auf diesem Weg ersparen sich die Kassen sicherlich weit mehr Geld, als sie durch - zugegebener Maßen unakzeptable - absichtliche Fehlverrechnungen verlieren."

Dr. Fiedler verweist auch auf die Abrechnungsmodalitäten der "Kleinen Kassen" (SVA, BVA, VA, KFA, etc.), welche ihren Patienten regelmäßig eine Aufstellung der vom Arzt erbrachten und verrechneten Leistungen zukommen lassen. Wenn auch die Gebietskrankenkassen ein derartiges, zeitgemäßes Service Ihren Versicherten zukommen ließen, würde sich jede derartige Diskussion erübrigen. Denn die Patienten sind unzweifelhaft die beste "Kontrolle" die es gibt.

"Würde uns der Hauptverband bei der Einführung der e-card nicht eine derartig ärmliche Vorstellung liefern, gäbe es das ganz Problem schon lange nicht mehr. " so Dr. Fiedler weiter.

Zum Thema "Kündbarkeit von Kassenverträgen" stellte der Ärztekammerpräsident fest: "Dass betrügerisches Handeln bestraft werden muss, ist selbstverständlich. Auch wir als Ärztekammer lehnen solches Vorgehen strikt ab und fordern bei erwiesenem Betrug restriktive Sanktionen. Man darf aber dabei "das Kind nicht mit dem Bade ausschütten"! Investitionen in eine Arztpraxis sind heutzutage sehr hoch. Nur wenn sich der Arzt sicher sein kann, dass er einen zugesprochenen Kassenvertrag auch unbefristet weiterführen kann, wird er bereit sein, langfristige Investitionen in hochwertige medizinische Instrumentarien zu tätigen - die einzig und allein den Patienten zugute kommen. Lässt man permanent das Damoklesschwert des "Vertragsentzuges" über dem Kopf des Arztes schweben, so wird zwangsläufig auch sein wirtschaftliches Handeln (und eine Arztpraxis ist nun einmal ein Wirtschaftsbetrieb) nur mehr sehr kurzfristig ausgelegt sein müssen. Und dies würde dem hohen Niveau der in unseren Arztpraxen angebotenen Medizin großen Schaden zufügen."

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