Zypern: EU-Beitritt wird bilateralen Handel beflügeln

Zwischen 1995 und 2000 stiegen die österreichischen Exporte nach Zypern um 100 Prozent - Gute Chancen beim Ausbau der Infrastruktur

Wien (PWK529) - "Nach Zyperns EU-Beitritt werden sich österreichischen Unternehmen auf der Mittelmeerinsel erstklassige neue Geschäftsmöglichkeiten bieten", erwartet Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. Zypern hat bereits jetzt einen hohen Lebensstandard vorzuweisen, bei der Infrastruktur gibt es aber noch Nachholbedarf: "In den kommenden Jahren werden, auch mit Geldern aus EU-Töpfen, gewaltige Infrastrukturprojekte - vor allem im Bereich Umwelt - durchgeführt. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, sich auf Zypern zu positionieren", so Koren. Gelegenheit dazu wird es unter anderem bei einer für Herbst 2003 geplanten Wirtschaftsmission zum Thema Umwelt geben.

Die Entwicklung der österreichischen Exporte Richtung Zypern ist schon vor dem offiziellen EU-Beitritt der Insel am 1.5.2004 erfreulich: Im Jahr 2002 steigerten sich die österreichischen Exporte (105 Mio Euro) um nicht weniger als 182,5% - eine Entwicklung, die vor allem österreichischen Reexporten im EDV-Bereich zu verdanken ist. "In jedem Fall aber konnte Österreich nach einem leichtem Rückgang 2001 (-2,3%) wieder an die positive Entwicklung der Vorjahre anschließen. Zwischen 1995 und 2000 stiegen die österreichischen Exporte um etwa 100 Prozent", betont Jürgen Schreder, Handelsdelegierter für Griechenland und Zypern mit Sitz in Athen. Die wichtigsten Exportgüter 2002 waren elektronische Apparate und Geräte, Büro- und EDV-Maschinen vor sonstigen Fertigwaren (Spielgeräte), gefolgt von Straßenfahrzeugen und alkoholfreien Getränken (Energydrinks). Die österreichischen Importe aus Zypern beliefen sich auf 5,3 Mio Euro - dominierend sind traditionellerweise Gemüse und Früchte, pharmazeutische Produkte sowie Bekleidung.

Gute Chancen für heimische Unternehmen gibt es künftig im Konsumgüterbereich: Die hohe Zahl von Touristen, die nahezu das Dreifache der Einwohnerzahl Zyperns ausmacht in Verbindung mit der fehlenden Eigenproduktion in vielen Bereichen bietet gute Absatzmöglichkeiten. Die Außenhandelsstelle Athen plant daher für den Herbst anläßlich einer Österreich-Woche im Hilton Nicosia eine Lebensmittelpräsentation, bei der heimischen Produzenten ihre Erzeugnisse präsentieren können. In den letzten Jahren wurden auf dem kleinen zypriotischen Markt auch erfolgreich Projekte auf dem Bausektor (Wasserumleitungsstollen von Alpine Mayreder Bau GmbH) und im Energiebereich (Dampfkesselanlagen von Austrian Energy & Environment AG) realisiert. Erfolge gab es auch auf anderen Gebieten:
etwa Großaufträge für die Lieferung einer Entsalzungsanlage, einer Fernsehstation und der Beleuchtung für den Ballsaal und das Entree des Hilton Nicosia.

Im neuen Fünf-Jahres-Plan der zypriotischen Regierung, der 2004 startet, sind 280 Millionen Euro für die Modernisierung und den Ausbau der Kanalisation auf der Mittelmeerinsel vorgesehen. Erst 45 Prozent der Bevölkerung im griechischen Teil Zyperns sind an das Abwasser-Kanalnetz angeschlossen - 2006 sollen es 85 Prozent sein. Neben der Reparatur des bestehenden Netzes und Neuinstallierung der Kanalisation vor allem in ländlichen Gebieten ist auch der Bau einer Reihe von Kläranlagen geplant. Für Zyperns Hauptstadt Nicosia ist bereits jetzt ein Kläranlagenprojekt ausgeschrieben, ein zweites wird in Kürze folgen. Das rege Interesse österreichischer Unternehmen an diesem Projekt zeigt, dass sie in Zypern einen Zukunftsmarkt sehen, der verstärkt zu bearbeiten ist - worauf auch die Gründung einer eigenen Niederlassung auf der Insel durch die österreichische Kommunalkreditbank hinweist, die von Zypern aus auch internationale Geschäfte betreut.

Die Anpassung Zyperns an den europäischen Wirtschaftsraum hat vieles in Bewegung gesetzt: Von der Aufrüstung der zypriotischen Schlachthöfe auf EU-Standard, über die Öffnung der Staatsmonopole, etwa im Bereich Telekommunikation, bis zu den großen Investitionen im Umweltbereich eröffnet sich eine Reihe neuer Geschäftsfelder. Aus diesem Grund legt die Außenhandelsstelle Athen verstärktes Augenmerk auf zeitgerechte Informationen über laufende Projekte und Ausschreibungen unter http://wko.at/awo/cy (Geschäftschancen). (BS)

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