Qualitätskontrollen in Arztpraxen längst gesetzlich vorgeschrieben

ASVG sieht regelmäßige Überprüfungen vor - Ärztekammer zeigt Unverständnis über Unkenntnis Kandlhofers

Wien (OTS) - "Doch etwas verwundert" zeigte sich der Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Dr. Johannes Steinhart, über die Unkenntnis von Hauptverbandschef Dr. Josef Kandlhofer über das ASVG. Der § 343, Abs. 5 ASVG sehe nämlich regelmäßige Qualitätskontrollen von Arztpraxen mit entsprechenden Sanktionen bis hin zur Kündigung des Kassenvertrags bereits vor. Daher sei es nicht nachvollziehbar, wieso nun Kandlhofer eben solches im Interview fordere, betonte Steinhart. ****

"Die Tätigkeit der Vertragsärzte und der Vertrags-Gruppenpraxen ist ab dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses fünfjährlich einer Evaluierung nach fachspezifischen Qualitätsstandards zu unterziehen", zitiert der Ärztekammer-Vize die entsprechende Gesetzesstelle. Ein Kündigungsgrund liege dann vor, wenn "1. die Evaluierung nicht oder nicht rechtzeitig durchgeführt wird oder 2. sich aus der Evaluierung ergibt, dass die Tätigkeit des Vertragsarztes oder der Vertrags-Gruppenpraxis nicht den Qualitätsstandards entspricht, sofern festgestellte Mängel nicht innerhalb eines Jahres beseitigt werden".

Steinhart: "Statt sich also über die Qualitätsstandards in den niedergelassen Arztpraxen Sorgen zu machen, sollte sich Kandlhofer vielmehr die Frage stellen, ob es beispielsweise im Bereich des Hauptverbands entsprechende Qualitätskontrollen gibt." Er, Steinhart, wisse nämlich von keinen solchen Bemühungen, "und wenn man sich die Beiträge des Hauptverbands zu Reformen im österreichischen Gesundheitssystem, etwa den Dilettantismus rund um die Chipkarte, ansieht, kann vielerorts auch nicht mit wirklicher Qualität aufgewartet werden".

Öffnungszeiten der Ordinationen den Patientenwünschen angepasst

Auch die Kritik Kandlhofers an den Öffnungszeiten der Ordinationen gehe ins Leere, so Steinhart weiter. Es sei interessant, dass den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten stets vorgeworfen werde, dass sie zu viel behandelten, "und nun kommt Kandlhofer und wirft uns vor, dass wir zu selten offen hätten", so Steinhart.

In Wien gäbe es bereits eine Reihe von Kassenordinationen, die in absoluten "Randzeiten" geöffnet hätten. "Freilich können wir nicht sämtliche Wiener Kassenärzte dazu zwingen, beispielsweise um 6.00 Uhr in der Früh oder bis 22.00 Uhr am Abend zu ordinieren", so Steinhart weiter. Dies sei aber auch nicht sinnvoll, da der Großteil der Wiener Patienten nach wie vor Ordinationszeiten zwischen 10.00 und 18.00 Uhr bevorzugten.

Weiters gäbe es in Wien an Wochenenden und Feiertagen zwei offene Arztordinationen (Wien 1., Börseplatz 6, und Wien 3., Franzosengraben 6/Dachgeschoss). "Diese werden zusätzlich zur Tätigkeit des Ärztefunkdienstes betrieben", betont Steinhart. Zudem regle eine entsprechende Vereinbarung mit den Krankenkassen, dass in Urlaubszeiten mindestens die Hälfte der Vertragsärzte für Allgemeinmedizin eines Bezirks anwesend sein müssen.

Damit sei zu allen Zeiten in Wien eine lückenlose extramurale Gesundheitsversorgung gewährleistet, Kandlhofer müsse sich also auch hier keine wirklichen Sorgen machen, so Steinhart abschließend. (hpp)

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