Alarmierende Zwischenbilanz der Ozon-Saison

Kritik von GLOBAL 2000 und ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt: Warnungen bleiben folgenlos - Vorsorgender Gesundheitsschutz durch Grenzwerte nicht gewährleistet

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und die ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt (AGU) schlagen angesichts der permanent hohen Ozonbelastung Alarm. "Die Zwischenbilanz der diesjährigen Ozon-Saison ist verheerend", fasst GLOBAL 2000-Pressesprecher Andreas Baur die Belastungssituation zusammen. "Seit Juli 2003 wurde in Ostösterreich an vierzehn Tagen die Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. An zwei dieser Tage wurde sogar die Alarmschwelle von 240 Mikrogramm überschritten. Trotz dieser Warnungen ist die Politik entsprechende Verordnungen schuldig geblieben und hat nichts unternommen. Was bringt es zu warnen, wenn dann nichts geschieht?", so Baur. Spitzenreiter waren am 21.7. Wien-Lobau (243 Mikrogramm) und Klosterneuburg (241 Mikrogramm), sowie am 8.8. wieder Wien mit 259 Mikrogramm. Auch in Westösterreich liegt die Ozonbelastung regelmäßig über der Informationsschwelle. In Reinluftgebieten ist zu beobachten, dass selbst in den Nachtstunden die Ozonbelastung nicht signifikant abnimmt: An den Messstellen Karwendel, Gerlitzen und Payerbach sank seit Anfang August die Ozonbelastung nicht unter 100 Mikrogramm.

Ozon ist ein aggressiver Schadstoff. Schon bei Konzentrationen von 180 Mikrogramm/m3 werden besonders bei empfindlichen Personen, z.B. Kinder und Allergiker, Reizerscheinungen beobachtet. Bei Konzentrationen über 240 Mikrogramm/m3 können Husten und Beschwerden wie Engegefühl und Schmerzen beim tiefen Einatmen auch bei gesunden Personen auftreten. Die Lungenfunktion ist ebenfalls vermindert. "Sowohl Informations- als auch die Warnschwelle zielen als 1-Stunden-Mittelwerte nur auf diese akuten Effekte ab", kritisiert DI Dr.med. Hans-Peter Hutter, Sprecher der AGU. "Langfristige Wirkungen, wie die Verringerung des Lungenwachstums bei Kindern, bleiben überhaupt unberücksichtigt." Gegenwärtig wird eine Konzentration von 120 Mikrogramm/m3 als Langziel definiert. "Es ist äußerst beunruhigend, dass dieser langfristige Zielwert für den vorsorgenden Gesundheitsschutz an vielen Tagen überschritten wurde", so Hutter weiter. "Grenzwerte verfehlen ihren Zweck, wenn sie die Bevölkerung verunsichern und keine aktiven Maßnahmen zur Folge haben." Daher ist es notwendig, Aktivitäten sowohl im Überschreitungsfall zu setzen als auch Maßnahmen gegen die ständig steigende Ozon-Hintergrundbelastung zu ergreifen, so die beiden Organisationen abschließend.

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Andreas Baur
0664/103 24 23
AGU
DI Dr.med. Hans-Peter Hutter
01/4277-64727

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