ARBÖ: Führerschein wird 110 Jahre alt

Am 14. August 1893 wurde in Frankreich die erste Führerscheinprüfung abgehalten

Wien (OTS) - 110 Jahre ist es her, seit in Frankreich die erste Führerscheinprüfung abgehalten wurde, erinnert der ARBÖ. Genau gesagt am 14. August 1893 verordnete der damals neuernannte Polizeipräsident Louis Lépine allen Besitzern von "Motorwägen" eine Prüfung. Prüfer waren Bergbauingenieure, die zum damaligen Zeit im Bereich Technik am versiertesten waren.

In Österreich gab Graf Siegfried Wimpffen den "Startschuss" für die erste Fahrgenehmigung bereits im Jahr 1892, als er bei der Wiener Polizei, Referat für Spektakel, um eine Genehmigung zum Betrieb eines Dampf-Automobils ansuchte. Eine Kommission, der der Rektor der Wiener Technischen Hochschule sowie Beamte des Magistrates und der Polizei angehörten, erteilten ihm diese. Bis zur nächsten Genehmigung dauerte es allerdings vier Jahre: 1896 erhielt Ludwig Lohner dieselbe zum Betrieb eines Benzin-Motorwagens, so der ARBÖ.

Am 19. September 1899 wurde mittels Verordnung des k.k.Statthalters im Erzherzogtum Österreich unter der Enns die erste landesgesetzliche Regelung für den Kraftfahrzeugverkehr erlassen, welche Bestimmungen für das Fahren mit Automobilwagen und Motorrädern regelte. Darin zu finden war auch die Linksfahrordnung für Niederösterreich, die festlegte "links zu fahren, links auszuweichen und rechts vorzufahren". Von den wenigen Automobilisten, die es damals ihre Runden drehten, hielt sich jedoch kaum wer daran. Außerdem gab es niemanden, der den Verkehr regelte, geschweige denn Vorrangregeln oder Verkehrszeichen.

"Vademekum für 16 Straßensignale"

1902 schlug die "Association Generale Automobile" vor, 16 Straßensignale aufzustellen. Damit konnte sie jedoch nicht alle Automobilisten begeistern. Am 30. November 1902 schrieb beispielsweise die "Allgemeine Automobil- Zeitung", dass "durch die Einführung von so vielen Zeichen leicht eine Verwechslung herbeigeführt werde, und der Automobilist stets ein kleines Vademekum (= Leitfaden, Anm.) bei sich führen müsse, um seinem Gedächtnis nachzuhelfen". Dazu ein ARBÖ-Vergleich: Heute müssen sich die Kraftfahrer durch einen Wald von mindestens 2,1 Millionen Schilder österreichweit kämpfen. Ohne Vademekum.

Am 7. Jänner 1906 schlug der Führerscheinprüfung in Österreich die amtliche (Geburts-)stunde. Eine neue Ministerialverordnung, die erstmals für die gesamte k.k.-Monarchie galt, schrieb die Einführung von Erkennungszeichen (Kfz-Kennzeichen) sowie die Prüfung der Wagenlenker vor.

Mehrphase seit Jänner 2003

Die jüngste Reform der Führerscheinprüfung erfolgte mit Wirkung vom 1. Jänner 2003 durch die Einführung der "Mehrphase" (siehe OGS-Grafiken "Die neue Führerschein-Mehrphasenausbildung" vom 13.12.2002). Führerscheinneulinge müssen nach der eigentlichen Fahrprüfung zeitlich gestaffelt zwei Perfektionsfahren (in den Fahrschulen), ein Fahrsicherheitstraining (beim ARBÖ) und ein verkehrspsychologisches Gespräch absolvieren, sonst verlieren sie den rosa Schein wieder. In diesen Wochen beginnen die ersten Fahrsicherheitstrainingskurse im ARBÖ-Trainingszentrum Wien-Aspern, darunter auch Kurse für Motorradfahrer. Mit Hochdruck baut der ARBÖ an weiteren zwei Fahrsicherheitszentren in Salzburg (Straßwalchen) und in der Steiermark (Ludersdorf).

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