PUNKTEFÜHRERSCHEIN GEHT IN DIE ERSTE RUNDE!

Weniger Getötete im Straßenverkehr durch Punkteführerschein - Expertenrunde im Verkehrsministerium diskutiert über Einführung

Wien (OTS) - "Hitzige Debatten zwischen Autolenkern, die auf der Autobahn mit den erlaubten 130 km/h unterwegs sind und jenen, welche die Straße als ihre persönliche Rennstrecke ansehen, hat es schon immer gegeben - meist konzentrierten sich diese allerdings auf die Stammtische diverser Wirtshäuser. Im Rahmen der derzeitigen Diskussionen um Tempo 160 km/h ist es hoch an der Zeit auch einmal über Maßnahmen, die die Verkehrssicherheit nachhaltig verbessern zu sprechen", begrüßt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), die erste Gesprächsrunde zur Einführung des Punkteführerscheins im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Der Punkteführerschein gilt als wirksame Maßnahme gegen Hochrisikolenker, die andere Verkehrsteilnehmer bewusst durch ihr riskantes Verhalten im Straßenverkehr wie extreme Raserei, gefährliches Überholen, Fahren unter Drogen- oder hohem Alkoholeinfluss oder Geisterfahrten gefährden.

Punkteführerschein bei Bevölkerung gern gesehen

Das KfV fordert den Punkteführerschein bereits seit Jahren und auch die Bevölkerung wünscht sich zusätzliche Maßnahmen für hoch gefährliche Lenker: Laut einer KfV-Studie sprechen sich 77 Prozent dafür aus. Mit dem Punkteführerschein wäre ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Senkung der Anzahl der Verkehrstoten um 50 Prozent bis 2010 getan - eine Forderung, die im Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm verankert ist und von Bundesminister Gorbach unterstützt wird. Auch EU-weit gibt es bereits ein Aktionsprogramm mit dem Ziel die Zahl der Unfallopfer zu halbieren.

Österreich: Geringste Strafsätze europaweit!

KfV-Chef Thann: "Der Punkteführerschein darf kein Modell sein, das kleine Parksünder bestraft. Nur wirklich gefährliche Delikte, wie zum Beispiel Rasen im Ortsgebiet mit 100 km/h, sollen notiert werden!" Ein Punktesystem trägt dazu bei, dass bedrohliche Lenkerkarrieren bereits frühzeitig erkannt und mit individuellen Maßnahmen gestoppt werden können. In zahlreichen anderen Ländern ist das System längst Gesetz, u.a. Deutschland (seit 1974!), Großbritannien (seit 1982) und Frankreich (seit 1992). Notorische Rowdies kommen hierzulande zudem recht billig davon: Österreich hat europaweit die geringsten Strafsätze vorzuweisen.

60 bis 100 Menschenleben pro Jahr einsparen!

"Während unbescholtene Lenker durch diese Maßnahme absolut nichts zu befürchten haben, würde der Punkteführerschein einen erheblichen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten. Dadurch könnten 60 bis 100 Menschenleben pro Jahr gerettet werden", so Thann. Der Punkteführerschein würde außerdem keine zusätzlichen Strafen bringen, sondern individuelle Maßnahmen. Der Behördenaufwand würde sinken.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161
http://www.kfv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001