"Neues Volksblatt" Kommentar: "Ersticken?" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 12. August 2003

Linz (OTS) - =

Zentralismus definiert das Lexikon als
Leitungsprinzip, das auf die Konzentration aller Kompetenzen bei einer zentralen, obersten Instanz (Staat) ausgerichtet ist. Föderalismus gilt
als Leitungsprinzip, das untergeordneten Instanzen in Teilbereichen Eigenständigkeit einräumt.
Befürworter des Zentralismus führen Vorteile hinsichtlich der Kosten und Effektivität der Verwaltung ins Treffen. Befürworter des Föderalismus verweisen auf regional unterschiedliche Absichten und Anliegensowie auf steigende Identitätsbedürfnisse.
Claus Raidl hat sich als massiver Verfechter des Zentralismus positioniert. Seiner Ansicht nach würde Österreich am Föderalismus "noch ersticken". Der Böhler-Uddeholm-General mag bei seiner Analyse in vielen Bereichen Recht haben. Außer Acht läßt er jedenfalls das stark verankerte und immer stärker werdende Bedürfnis der Bevölkerung nach Heimatgefühl, regionaler Selbstständigkeit und Unterscheidbarkeit.
Für politische Technokraten ist mehr Zentralismus von Vorteil. Für wachsame EU-Untertanen bleibt mehr Föderalismus hingegen als Gegengewicht zum Einheitsbrei ein Gebot der Stunde.

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