"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Wo ist KHG?" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 12.08.2003

Wien (OTS) - Die Qualität der Wortmeldungen war höchst unterschiedlich, aber zur Steuerreform Stellung genommen haben in den letzten Tagen fast alle, die politisch oder wirtschaftlich Kompetenz zeigen wollten: SP-Obmann Gusenbauer als Initiator der heutigen Sondersitzung des Parlaments, sein Budgetsprecher Christoph Matznetter, Vizekanzler Haupt, Landeshauptmann Haider, die Klubobleute von ÖVP, FPÖ und SPÖ, Werner Kogler als Budgetsprecher der "Grünen", Finanz-Staatssekretär Finz und noch viele mehr. Selbst Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat zu dem Thema eine seiner raren Wortspenden abgegeben.
Wo aber ist Karl-Heinz Grasser, als Finanzminister immerhin eine Schlüsselfigur bei jeder Steuerreform? Kein Wort drang bisher aus seinem Amtssitz in der Himmelpfortgasse. Auch seine persönliche Homepage hilft nicht weiter: Die aktuellste Meldung dort stammt vom 24. Juli und handelt von der "Schmutzkübelkampagne".
Auf Urlaub ist der Minister nicht, er will ja heuer im Sommer durcharbeiten. Entweder wollte Grasser also nichts sagen, weil man ihm für seine Ergüsse nicht die Titelseite zur Verfügung stellen wollte; oder die Medien waren nicht bereit, im Gegenzug 7000 Euro für wohltätige Zwecke zu spenden. Vielleicht hat ihn mangels politischen Gewichts auch niemand gefragt.
Oder dem Finanzminister fällt zu den Forderungen nach einem Vorziehen der Steuerreform einfach nichts ein. Das allerdings wäre schlimm, denn dann hätten die Kritiker an der "Marke KHG" doch Recht: Ein begnadeter Selbstdarsteller, viel heiße Luft - und nichts dahinter.

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