Der "Zaster la vista"-Gouvernator

WirtschaftsBlatt-Kommentar von Michael Laczynski

Wien (OTS) - Zum Stopfen des medialen Sommerlochs ist der Mann bestens geeignet: "Gouvernator", "Conan, der Sanierer", "Zaster la vista, Arnie" - mit diesen und anderen vorhersehbaren Witzchen haben heimische Zeitungen auf die Ankündigung von Arnold Schwarzenegger reagiert, bei den Gouverneurswahlen in Kalifornien kandidieren zu wollen.

Es ist hierzulande zwar nicht mehr so, dass jeder Politiker, der nicht einen Stammbaum als Beamter oder Partei-Apparatschik vorzuweisen hat, prinzipiell als verdächtig gilt. Aber ein Ex-Bodybuilder und Action-Star als Gouverneur des grössten US-Bundesstaats, das ist - bitt' schön - ein bisschen zu viel.

Noch dazu einer, dessen erste "ernsthafte" Rolle als wackerer Schwertkämpfer Conan aus weniger als 100 gesprochenen Worten bestanden hatte und dessen beruflichen Weg Hunderte virtuelle Leichen pflastern. Wohin soll das nur führen?

Wenn Schwarzenegger so weitermacht wie bisher - und das dürfte er wohl, denn an der Medienorgel ist er ein erstklassiger Virtuose -dann führt es ihn direkt nach Sacramento, den kalifornischen Regierungssitz. Medienpräsenz, griffige Slogans, traumhafte Bekanntheitswerte: Das alles sind Zutaten für eine erfolgreiche Kampagne. Und neben dem muskulösen Hollywood-Star aus der Steiermark wirkt selbst Porno-König Larry Flynt, ebenfalls ein Kandidat für den Gouverneursposten, vergleichsweise blass.

Es wäre also an der Zeit, tiefer gehende Überlegungen anzustellen. Sollte Arnold Schwarzenegger tatsächlich gewinnen, wäre er mit einem Schlag der einflussreichste Politiker mit österreichischen Wurzeln seit Jahrzehnten. Und seiner alten Heimat ist er nach wie vor zugetan: Als Terminator hat er Manner-Schnitten in Griffweite, in seinem Restaurant "Schatzi" wird das beste Wiener Schnitzel von ganz Los Angeles serviert, und bei Pressetreffen pflegt er österreichische Journalisten mit einem "sehr guat, dass auch Sie da sind" zu begrüssen.

Einer Intensivierung der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und Kalifornien stünde also im Falle eines Wahlsieges nichts im Weg. Die Österreich Werbung sollte sich daher bereits jetzt Gedanken machen, wie sie kalifornische Touristen in die Heimat ihres Gouverneurs locken kann. Und österreichische Filmemacher müssten sogleich mit den Bewerbungsschreiben für Hollywood anfangen. In diesem Sinne: Arnie for Governor!

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