Traumatisierte brauchen einen sicheren Ort, überschaubare Strukturen und Betreuung!

Wien (OTS) - Die Wartelisten von Flüchtlingen, die dringend psychologische und medizinische Hilfe brauchen, sind lang. Der notwendige Bedarf ist weit größer als das finanzierte Angebot. 5-30% der Flüchtlinge sind traumatisiert.

Ein höheres Angebot therapeutischer Betreuung für schwer Traumatisierte, fordert die Initiative Hemayat, die im letzten Jahr 258 Flüchtlinge aus 33 Ländern psychotherapeutisch, psychologisch und medizinisch betreut hat. Die Wartelisten von Flüchtlingen, die dringend psychologische und medizinische Hilfe brauchen, sind lang. Der notwendige Bedarf ist weit größer als das finanzierte Angebot.

"Flüchtlinge aus Tschetschenien machen einen hohen Anteil der Patienten bei Hemayat aus. Sie haben unvorstellbar Schreckliches erlebt", so Barbara Preitler, Psychotherapeutin bei Hemayat: "den Tod der Mutter anzusehen, auf der Flucht vor feuenden Hubschraubern, Misshandlungen. Die Betroffenen brauchen einen sicheren Ort, überschaubare Strukturen und Betreuung. Diese Maßnahmen wirken präventiv, um derartige Vorfälle zu vermeiden."

5-30% der Flüchtlinge sind nach UNO-Angaben schwer traumatisiert. "Das erlittene Trauma lässt eine massive Verletzung zurück. Das Vertrauen in die Welt ist verloren. Eine Todeserfahrung ohne wirklich tot zu sein.", erzählt Martin Schenk, Vorstandsmitglied von Hemayat aus seinen Erfahrungen. "Sie verlieren den Boden unter den Füßen, den Stand in der Welt. Es ist nicht allein eine tiefe Erschütterung, es ist vielmehr ein völliges Wegbrechen. Es ist das Gefühl, verloren zu gehen, den Kontakt mit der umgebenden Welt zu verlieren. Die Überzeugung bricht zusammen, man könne sich in der Welt sicher fühlen.", so Schenk. Die häufigste psychische Störung, die dieser Erfahrung folgt, ist die sog. Posttraumatische Belastungsstörung :
Depressionen, Angst, Panikattacken, Eßstörungen, Schlafstörungen, starke körperliche Schmerzen, höhere Erregtheit und Nervosität.

"Auf die Ursachen der Traumatisierung können wir keinen Einfluß mehr nehmen, dafür aber auf die Phase danach".

Hemayat besteht aus 4 ÄrztInnen, 8 PsychotherapeutInnen, 2 Klinischen PsychologInnen, 1 KunsttherapeutInnen, 1 Mal- und Gestaltungstherapeutin und 10 spezialisierten DolmetscherInnen.

Hemayat kommt aus dem Persischen und bedeutet "Schutz"

Rückfragen & Kontakt:

Hemayat- Betreuung von Folterüberlebenden
Tel.: 0664/544 55 54 oder 408 06 95/ 25

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