Abstand - Je schneller, desto wichtiger!

Abstand halten lautet die Devise - vor allem auf der Autobahn! Jeder vierte Unfall mit Personenschaden ist ein Auffahrunfall.

Wien (OTS) - Was die Verkehrssicherheit betrifft ist die
Diskussion über Tempo 160 km/h auf den Autobahnen im Augenblick das heißeste Thema, das Herrn und Frau Österreicher beschäftigt. Über die Abstand-Problematik hat sich offensichtlich noch niemand Gedanken gemacht.

Regelung des Abstandsverhaltens
Rund jeder zweite Unfall auf Autobahnen ist ein Auffahrunfall -generell jeder vierte Unfall mit Personenschaden ist ein Auffahrunfall. Laut Ergebnissen einer Erhebung des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) ist auf der Überholspur die Abstandsmoral wesentlich geringer als auf dem ersten Fahrstreifen. Auf der Überholspur hält sich nicht einmal jeder Zweite an den 2-Sekunden-Abstand. Daher fordert das KfV in der Straßenverkehrsordnung (StVO) die Regelung eines verbindlichen gesetzlichen Mindestabstands. Dieser soll mindestens eine Sekunde betragen. Bei gefahrenerhöhenden Umständen allerdings, soll der Abstand auf zwei bis drei Sekunden erhöht werden - zum Beispiel bei Regen, Nebel oder Schneefahrbahn.

Abstand bei Tempo 160
Bereits bei der derzeit geltenden Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h sind viele Autofahrer verleitet, schneller zu fahren als erlaubt ist und halten den notwendigen Sicherheitsabstand nicht ein. Bei Tempo 160 km/h besteht die Gefahr, dass bei einigen die Tachos noch mehr in die Höhe schnellen werden und sich das Abstandsverhalten weiter verschlechtern wird.

Man bedenke, dass man bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h erst nach 113 Metern zum Stehen kommt, bei 160 km/h erst nach 161 Metern, d.h. der Bremsweg verlängert sich um 51 Prozent. Wenn ein Fahrer, der mit 130 km/h unterwegs ist bei einer Notbremsung vor einem Hindernis gerade noch zum Stehen kommt, würde der Lenker, der 160 km/h gefahren ist, mit einer Restgeschwindigkeit von 103! km/h auf dieses Hindernis prallen - hier hilft in den meisten Fällen nicht einmal mehr der Notarzt.

Seit einigen Jahren zeigen Ergebnisse einer Erhebung, dass mit zunehmender Geschwindigkeit der Abstand sinkt. Zeitlücken, die bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h und mehr weniger als eine Sekunde betragen, sind tödlicher Leichtsinn. Erhöht wird das Risiko durch das verstärkte Verkehrsaufkommen gerade auf den schnellen Spuren. Sorgenkind Nummer eins ist der dritte Fahrstreifen, wo dichte Verkehrsmenge mit hoher Fahrgeschwindigkeit und extrem geringe Zeitlücken aufeinandertreffen.

14 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 7 am Wochenende
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 4 Pkw-Insassen (davon 2 Lenker), 1 Lkw-Lenker, 3 Motorrad-Lenker, 1 Moped-Mitfahrer, 1 Radfahrer, 1 Lenker eines Transportkarrens und 3 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (8), Vorrangverletzung (2), Unachtsamkeit (1) und Fahrfehler (1) festgestellt werden. Bei 2 Unfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 3 Fußgänger kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 4 der 14 Unfälle waren Alleinunfälle. 1 tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet. 1 Fahrzeuglenker beging Fahrerflucht.
Vom 1. Jänner bis zum 10. August dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 549 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Juni), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 540 Menschen tödlich.

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