Im Sudan droht humanitäre Katastrophe

Wien (Rotes Kreuz) - Während ganz Europa unter der Trockenheit leidet, wird der Sudan von einer Hochwasser-Katastrophe heimgesucht. Etwa 500.000 Menschen sind von den Fluten betroffen, durch Mangel an Trinkwasser droht die epidemische Ausbreitung von Malaria und Cholera.

Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) reagiert auf die dramatische humanitäre Lage und entsendet ein Schnelleinsatz-Team in den Sudan. Drei österreichische Wasseraufbereitungs-Spezialisten brechen am Dienstag zu dem Katastrophen-Einsatz in den Nordosten des Landes auf.

Bereits seit Ende Juli halten die starken Regenfälle in der Provinz Kassala und im benachbarten Eritrea an. Die Wassermassen haben mehrere Flüsse über die Ufer treten lassen, die Schutzdämme um die 450.000 Einwohner zählende Stadt Kassala sind gebrochen. Etwa 50.000 Häuser wurden bereits von den Fluten zerstört. Auch die Flüchtlingscamps, in denen etwa 80.000 interne Vertriebene und Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem benachbarten Eritrea zuflucht gefunden hatten, sind bedroht.

Dramatische Zunahme von Cholera und Malaria

"Die Lage ist dramatischer als angenommen", berichten Rotkreuz-Mitarbeiter, die vergangenen Freitag in die Katastrophenregion aufgebrochen sind. Die Wasserversorgung von Kassala ist zusammengebrochen, Tausende Menschen sind ohne Trinkwasser. Die Zahl der Cholerafälle ist von acht unter 1.000 Menschen auf 150 unter 1.000 Menschen sprunghaft angestiegen.

Das dreiköpfige österreichische Experten-Team wird die Flutopfer mit lebenswichtigem Trinkwasser versorgen und sanitäre Einrichtungen errichten, um den Ausbruch von Epidemien zu verhindern. Sie werden am morgigen Dienstag eine Trinkwasseraufbereitungsanlage in den Sudan bringen, die pro Tag bis zu 500.000 Liter Wasser rein "wäscht". Damit können etwa 40.000 Menschen versorgt werden.

Das ÖRK stellt für den Einsatz 100.000 Euro und die Wassertechniker Stefan Divjak aus der Steiermark, Gottfried Staufer aus Oberösterreich und Werner Meisinger aus Vorarlberg zur Verfügung.

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