ARBÖ: Hitze sorgt für neue Pannenrekorde

Anhaltende Tropentemperaturen machen Autofahrern zu schaffen: Eingesperrte Kinder - ausgesperrte Autofahrer - erschöpfte Batterien

Wien (OTS) - Auf neue Einsatzrekorde steuert der ARBÖ-Pannendienst im Juli und August zu, nachdem bereits der "heiße" Juni für eine elfprozentige Steigerung der Panneneinsätze gesorgt hatte.   Auffallende Tendenz: die tropischen Temperaturen machen den Autofahrern und vor allem auch den Batterien zu schaffen.

   "Viele sperren sich bei diesen Saunatemperaturen aus, besonders auf den Parkplätzen vor Einkaufszentren und Badeplätzen", erzählt etwa ARBÖ-Techniker Reinhold Neuauter vom ARBÖ-Prüfzentrum Amstetten. Die Hitze macht Autofahrer nicht nur aggressiver, sondern auch schusseliger als sonst. Neurauter: "Sie sind einfach nervöser, man will nur schnell ins Wasser, schlägt die Autotür zu und schon ist der Autoschlüssel im Kofferraum." In solchen Situationen hilft keine Mobilitätsgarantie der Autohersteller, aus dieser Patsche kommt man am leichtesten als ARBÖ-Mitglied. Die ARBÖ-Pannenfahrer kommen überall hin, bis ins kleinste Dorf, in die hinterste Ecke.

   Aus einer prekären "Hitzefalle" befreite ARBÖ-Mann Gerhard Hellerschmit erst kürzlich einen einjährigen Buben aus einem VW-Passat in Wien. Der "Kleine" spielte auf der Rücksitzbank mit dem Schlüssel und als die Mutter - aus Rücksicht vor einem einparkenden Auto - ihre Türe zumachte, blieb er im Auto eingesperrt. Der ARBÖ-Pannenfahrer keilte die Autotür weg und versuchte, den Schlüssel aus dem Auto zu "fischen". Kein leichtes Unterfangen, denn der Bub hatte den Schlüssel während des Angelversuches auf den Boden geworfen. Nach zwanzig Minuten glückte der Befreiungsversuch und das erhitzte Kind bekam kühles Mineralwasser vom ARBÖ.

   Oft vergessen die schwitzenden Autofahrer aufs Tanken. Manche verwechseln in der Hitze des Gefechts auch die Zapfsäulen und schon fließt Diesel in den Benziner. Albert Leeb vom ARBÖ-Prüfzentrum Traisen: "Die Hitze bringt die Leute einfach durcheinander."

   Hitzeanfällig sind die Batterien, vor allem die schlecht gewarteten oder

ältere: "Große Hitze  wirkt auf Batterien wie extreme Kälte: es trifft sie der Schlag", bringt es Ernst Berger vom ARBÖ-Prüfzentrum in Schwadorf auf den Punkt. Mit zuwenig (weil verdunsteten) Wasser im Inneren kann sich eine Batterie auf der längsten Fahrt nicht mehr selber aufladen. Konsequenz: Sie gibt den Geist auf.  Ein nützlicher ARBÖ-Tipp: Flüssigkeitsstand überprüfen und destilliertes Wasser nachfüllen, sofern dies möglich ist. Vier Jahre alte Batterien sollten überhaupt ausgetauscht werden.

   Probleme machen auch die Klimaanlagen, die alle zwei bis drei Jahre gewartet werden müssten: "Normalerweise fällt es nicht auf, wenn die Klimaanlage keine 100prozentige Leistung erbringt. Bei dieser Tropenhitze aber schon", weiß Albert Leeb vom ARBÖ-Prüfzentrum Traisen. Nach Abschalten der Klimaanlage bleibt Kondenswasser zurück und darin bilden sich Bakterien. Wieder eingeschaltet, wirkt die Klimaanlage wie eine "Bakteriendusche". Es kommt zu Geruchsbelästigung. Spätestens dann sollte die Klimaanlage überprüft werden (ist in vielen 94 Prüfzentren des ARBÖ möglich). Ideal für die Bakterienbildung sind Zeiten wie diese, wo hitzebedingt die Klimaanlage häufig ein- und ausgeschaltet wird.

   Die ARBÖ-Pannenfahrer selbst haben wenig zu lachen. Für jeden einzelnen gibt es mehr zu tun als sonst, Einsätze rund um die Uhr sind nicht ungewöhnlich. Dass ein ARBÖ-Pannenfahrer täglich mehrere T-Shirts verschwitzt, ist keine Seltenheit, schließlich müssen auch urlaubenden Kollege vertreten und die durch die Touristenautos bedingte Mehrarbeit bewältigt werden. In den Pannenautos hat es bis zu 45 bis 55 Grad. Pannen pflegen auch nicht unter einem schattigen Plätzchen zu passieren, sondern meist mitten auf einer Straße, wo die Sonne in voller Brutalität herunterbrennt. Von 36 Grad in Schatten kann man da nur träumen! Wenn die Pannenfahrer dann die Hitzeschäden vor Ort beheben, kommt ihnen von den geöffneten Motorhauben wieder ein Hitzeschwall entgegen. Dazu steigt die Verbrennungsgefahr, wenn direkt am erhitzen Motor gearbeitet werden muss.

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