Haubner: Kinderkosten-Studie bestätigt österreichische Familienpolitik

Studie als wertvolle Basis für die Weichenstellung der aktiven Familienpolitik

Wien (BSMG/OTS) - Im Auftrag des Bundesministeriums für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz hat das WIFO eine Studie zur Schätzung der direkten und indirekten Kinderosten auf Basis der jüngsten Konsumerhebung 1999/2000 der Statistik Austria erstellt. "Die Daten und Fakten, die uns diese Studie liefert, bestätigen nicht nur unseren bisherigen Weg in der Familienpolitik, sondern dient uns als wichtige Grundlage für die Fortsetzung unserer aktiven Familienpolitik", erklärte Familien-Staatssekretärin Ursula Haubner. "Auch die jüngsten Eurostat-Zahlen zeigen, dass Österreich bei der direkten Familienförderung, wie Familienbeihilfe, Kindergeld mit Pensionsanrechnung, neues Mehrlingskindergeld, Pflegegeld für behinderte Kinder, Familienhospizkarenz usw. im EU-Spitzenfeld liegt", zeigt sich Haubner erfreut.

Einkommenskluft zwischen Familien und kinderlosen Haushalten

Kosten der Kinderbetreuung setzen sich aus direkten Kinderkosten (Verbrauchsausgaben für Kinder) und indirekten Kinderkosten (entstehen durch Ausstieg aus dem Berufsleben während der Kleinkindphase, vermindertes Einkommen durch spätere Teilzeitarbeit usw.) zusammen. Die aktuelle WIFO-Studie besagt, dass in einem Alleinerzieher/innenhaushalt rund 520 € zusätzliches Einkommen pro Monat und Kind erforderlich sind, um die Kinderkosten auszugleichen und das Wohlfahrtsniveau gegenüber einem "Single-Haushalt" aufrecht zu erhalten. In einem Zwei-Erwachsenenhaushalt sind das immerhin noch rund 480 € gegenüber einem Zwei-Erwachsenenhaushalt ohne Kind.

Bis zum Jahr 2000 haben Frauen mit Kindern (unter 19 Jahren), die einer Erwerbstätigkeit nachgingen, bei einem Kind im Durchschnitt monatlich 540 € weniger verdient als kinderlose Frauen. Mit zwei Kindern betrug der Verdienstrückstand 690 € und mit drei Kindern rund 730 € monatlich. Der Verdienstausfall bei Frauen, die wegen der Kinderbetreuung die Berufstätigkeit ganz einstellten, lag relativ einheitlich bei 1.250 € pro Monat. Erhält eine Familie mit drei Kindern (1 Kind mit 4 Jahren, Zwillinge 6 Monate) 950 € pro Monat an staatlichen Zuwendungen, so wird diese Familie durch den Zuschlag zum Kinderbetreuungsgeld ab 1.1. 2004 rund 1.169 € erhalten. Eine Alleinerzieherin erhält in diesem Falle (mit dem Absetzbetrag und dem Zuschuss zum KBG bei sozialer Schwäche) 1.161 € pro Monat und ab 1.1.2004 rund 1.380 € pro Monat.

Kinderbetreuungsgeld verringert die Einkommensunterschiede

Gerade das Kinderbetreuungsgeld hat sich als immens wichtige und von der Bevölkerung bestens akzeptierte Maßnahme etabliert. Rund zwei Drittel der befragten Bezieher/innen finden das Kinderbetreuungsgeld besser, da der Bezugszeitraum länger und in Summe der Betrag höher ist, als beim seinerzeitigen Karenzgeld. "Die Evaluierung des Kinderbetreuungsgeldes nach eineinhalb Jahren hat bestätigt, dass das Kindergeld eines der besten und geeignetsten Instrumente zu Stärkung der Familien ist", so Haubner.

Familieneinkommen als wesentlicher Faktor für die Konjunkturbelebung

Die Studie gibt auch Aufschluss über das Konsumverhalten von Familien mit Kindern, im Vergleich zu Familien ohne Kinder. Bei einer zweiköpfigen Familie ohne Kinder liegt die Konsumausgabe etwa bei 96 % des verfügbaren Einkommens, wobei Familien mit Kindern 99 % des verfügbaren Einkommens für Konsumgüter ausgeben. Daher sei es gerade in Zeiten einer schwachen Konjunktur immens wichtig Familien zu fördern, um dadurch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Kaufkraft zu leisten. So sei die Steuerentlastung ab 2004 nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht zu begrüßen, sondern auch aus familienpolitischer, erklärte Haubner.

"Gemeinsam mit der Wirtschaft werden wir weiter daran arbeiten, dass die Arbeitswelt familienfreundlicher gestaltet wird, weil davon beide, sowohl die Familie als auch das Unternehmen selbst durch motivierte und zufriedene Mitarbeiter profitieren", ist sich die Staatssekretärin sicher. Als ein wichtiges Instrument habe sich hier das Audit Familie und Beruf des BMSG erwiesen, das für eine familienfreundliche Arbeitswelt steht. "Darüber hinaus sind die Länder gefordert flexible und bedarfsgerechte Kinderbetreuungseinrichtungen zu schaffen", so Haubner.

Als zusätzliche familienpolitische Maßnahme sieht Haubner den im Regierungsprogramm vorgesehenen Anspruch auf Elternteilzeit bis zum Schuleintritt des Kindes: "Es muss für Mütter und Väter die Möglichkeit geben aus familiären Gründen das Arbeitsleben den wichtigen Familienzeiten anzupassen ", so Haubner. Es zeigt sich immer mehr, dass der bisher eingeschlagene Weg der richtige war und den Familien im Lande - wie der Anstieg der Geburtenrate gezeigt hat - geholfen hat. "Diese erfolgreiche Familienpolitik gilt es mit begleitenden Maßnahmen in der Arbeitswelt und in der Kinderbetreuung fortzusetzen", schloss Haubner. (Schluss) bxf

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